Pfingstopen 2012, 17. Alle 18

Teilnehmerliste

 

Ausschreibung Pfingstopen 2012

 

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The same procedure is every Year…

Und wieder ist ein BMM Jahr Geschichte und wieder wurde die Saison durch Grillfete und Freibier gekrönt! Ja, aber das kostet. Und, ja, Zugzwang feiert auch, wenn es eigentlich nix zu feiern gibt – dass stellten auch unsere Gäste hocherfreut fest.

Der Reihe nach:

Die Fünfte hatte spielfrei  und stockte die Vierte auf, diese wiederum wurde von den Gästen aus Friedrichshagen mit 5,5:2,5 in die 3. Stadtklasse verabschiedet. Blöd nur, dass am 1. Brett ein Spieler gemeldet wurde, der auch offiziell schon gar nicht mehr Mitglied ist. Das kostet wieder…

Die Dritte gewann knapp mit 4,5:3,5 und bestätigte eindrucksvoll den 3. Platz. Der Haufen hat Potenzial.

Die Zweite musste noch aufpassen, bei einer Niederlage drohte der Abstieg als Achter wegen den Abstiegen der Überregionalen. Das daraus ein grandioser 7:1 Kantersieg wurde war nicht ansatzweise zu erahnen. Obwohl ich sehr viel Zeit zum wandern hatte, kann ich kaum etwas vom Spielverlauf berichten. Wahrscheinlich hatte ich zu viel Zeit und viel zu viele Eindrücke um es zu verarbeiten. Wirklich in Erinnerung geblieben sind mir eigentlich nur die beiden tollen Königsinder von Karlheinz und Andre, jeweils mit Weiß. Und dieses Gastgeschenk:

Stegmann-Kasper nach 18. dxe

Spielt Schwarz h5 beginnt das Lavieren und irgendwann kann man dann mal evtl. mit g4 und e4 was probieren, aber erster Nullzug :  1. …Da5 .Na der bringts doch überhaupt nicht, also a tempo  2. g4 und ich fall bald der Länge nach hin – nach 30 Minuten nachdenken folgt dann  2. …fxg .   Nullzug Nummer zwei,  also natürlich wieder a tempo  3. Dxg4.  Jetzt droht schon so einiges.

Stegmann-Kasper nach 20. Dxg4

Es folgt Nullzug Nummer 3  3. …Taf8. Was zu viel ist, ist zu viel: 4. Txh7+.  Und aus.

Die Erste tritt ohne Brett 1 und 8 an und schafft trotzdem sicher ein 4:4, sicheres Mittelfeld. Aber das kostet wieder…

 

Zu dem Hiobsbotschaften. Brett 1 der Ersten bekleidete ganz souverän und überaus erfolgreich unsere Leihgabe von St. Pauli Andres Kohtz. Der wird uns wohl wieder verlassen und in Richtung Heimat abwandern. Schade, sehr schade Andreas, du wirst uns fehlen – und zwar nicht nur als Brett 1 sondern als wirklich sympathisches Kerlchen. Aber vielleicht können wir dich ja noch überreden…

Außerdem wird uns Sebastian in der nächsten Saison fehlen, er leistet bei den Amis Entwicklungshilfe und macht dort nebenbei seinen Doktor. In Philosophie. Na wenns denn hilft, also den Amis mein ich…

Eine komplette Saisonauswertung dann in den nächsten Wochen hier…

Und nun zur Schnapsidee der Woche, stammt von mir. Da sitzen wir doch so gemütlich bei Bier und Würstchen und ich plaudere einfach mal so los: „ Nächste Saison trennen wir die 2. und 3. in die Ü60 und die U60, also in die alten Säcke und den Nachwuchs…“.  Und was passiert? Statt Hohn und Spott oder Ignoranz ernte ich durchgängig Beifall bis Begeisterung. Das Ganze wurde schon auf die Spitze getrieben, indem ein Wettkampf um die Staffeleinteilung folgen soll – sprich, welcher Haufen geht in der 1. bzw. welcher in die 2. Stadtklasse. Na da hab ich ja was angerichtet… ;)

Pokal – SC Rochade beinahe überfahren, gegen Lasker unter die Räder

Am vergangenen Wochenende bemühte sich unser Verein um Erfolg in der Berliner Pokalmannschaftsmeisterschaft. Immerhin schafften wir es bis zum Achtelfinale nachdem wir in der Zwischenrunde am Samstag den SC Rochade mit 3:1 aus dem Rennen geworfen hatten. Im Achtelfinale kamen wir jedoch gegen die bärenstark aufgestellte Mannschaft der SG Lasker, die zudem mit einem Mann mehr antrat ;) mit 0:4 unter die Räder.

Hier ein mein Bericht:

Am Samstag traten wir mit Peter, Arno, Neuzugang Patrick und meiner Wenigkeit an. Am ersten Brett spielte ich gegen André Jäger eine sehr interessante Partie im Sweschnikow-Sizilianer, die ich nach kompliziertem Kampf für uns entscheiden konnte. Peter, den ich ans zweite Brett gesetzt hatte, da er mit Schwarz besser punkten kann als ich, flößte seinem Gegner von Beginn derartigen Respekt ein, dass dieser schon mit dem ersten Zug Remis anbot, was Peter selbstverständlich ablehnte. Die beiden spielten dann eine spannende Partie im Damengambit, wo Peter zunächst unter Druck stand, weil sein Gegner ernsthaft versuchte ihn auf h7 matt zu setzen. Routiniert wehrte er diese Drohungen jedoch ab und es entstand ein ziemlich ausgeglichenes Schwerfigurenendspiel, das Peters Gegner allerdings so viel Kopfzerbrechen bereitete, dass dieser im 39. Zug die Zeit überschritt. Arno musste sich an Brett 3 mit einem sehr unorthodoxen Eröffnungskonzept Marke Eigenbau seines Gegners Dr. Herbert Mayer auseinandersetzen, was zwischenzeitlich zu ziemlich kuriosen Stellungsbildern und allerlei Komplikationen führte, die Arno eigentlich lange Zeit gut und wohl auch zu seinem Vorteil überschaute. Im späten Mittelspiel machte er  aber leider einen taktischen Fehler, der zum Verlust einer Figur und schließlich auch der Partie führte. Neuzugang Patrick bestand die Bewährungsprobe an Brett 4 gegen Routinier und Schachjournalist Dagobert Kohlmeyer mit Bravour in einer positionell angelegten und sauber geführten Partie. Somit hatten wir die Zwischenrunde gut überstanden und konnten uns am Sonntag ins Achtelfinale begeben, was eine Mannschaftsumstellung nach sich zog, da Arno und Patrick am Sonntag unabkömmlich waren. Oskar, der unsere Mannschaft als Kiebitz bereits am Samstag moralisch unterstützt hatte, erklärte sich auch da schon bereit am nächsten Tag zu spielen und organisierte mit Martin Lang schließlich auch den vierten Mann für die Vervollständigung unserer Mannschaft.

Die SG Lasker wie eingangs erwähnt zu fünft angereist, da sie mit Reinhard Müller einen separaten Mannschaftsleiter und Chefmotivator aufboten, erwies uns vollsten Respekt indem sie eine superstarke Truppe bestehend aus dem uns allen bekannten FM Dirk Paulsen (DWZ 2313)  sowie FM Alex Braslavskij (DWZ 2174), Werner Püschel (DWZ 2004) und schließlich Dr. Norbert Hoffmann (DWZ 2093) aufboten. Es war klar, dass wir nur minimale Außenseiterchancen hatten und diese auch durch taktisches Aufstellen aufgrund der Berliner Wertung, die die ersten Bretter übergewichtet, nicht verbessern konnten. Um überhaupt eine Chance zu haben, mussten wir an den ersten beiden Brettern mindestens einen Punkt einfahren, so dass ich mich entschied Peter an Brett 1 und mich an Brett 2 zu postieren, während Oskar an Brett 3 und Martin an Brett 4 ins Gefecht geschickt wurden. Dort gerieten sie in einen ziemlichen Feuersturm, der beide recht bald zur Aufgabe wegen eines überrannten Damenflügels zwang. Martin wurde Opfer des klassischen Minoritätsangriffs im Damengambit, den sein Gegner sauber und kräftig vortrug, während Oskar Werner Püschels Gegenspiel mit Tb8, a6 nebst b5 unterschätzte. Nun standen Peter und ich vor der fast unlösbaren Aufgabe an den ersten beiden Brettern zwei Punkte zu erzielen. Für Peter schien diese Aufgabe nach meiner Ansicht tatsächlich nur schwer lösbar, da er mit seinem damenindischen Aufbau gegen Dirk Paulsens „Badewannen-Formation“ keinen richtigen Ausgleich erzielte. Zum Verständnis, welche Struktur ich etwa meine, soll das nachfolgende Diagramm dienen, auf dem man die „weiße Badewanne c4-d3-e3-f4“ gut erkennen kann:

Zwar zeigte Dirk in der Analyse einige Varianten, in denen Peter genügend Gegenspiel hätte erlangen können, jedoch in der Partie waren Peters Figurenmanöver etwas zu unharmonisch, um dem wachsenden Zentrumsdruck auf Dauer standhalten zu können. Gleichwohl war die Partie hart ausgekämpft und Peter hatte es Dirk absolut nicht leicht gemacht, den ganzen Punkt zu erringen. Leicht gemacht hatte ich es meinem Gegner ebenfalls überhaupt nicht, bzw. er es sich selbst nicht, denn wer die französische Verteidigung wählt, hat es oftmals wie der Name schon sagt mit Verteidigung zu tun und das will gekonnt sein. Mein Gegner bürdete sich diese Aufgabe gleich im doppelten Sinne auf, da er mir durch ein ziemlich anspruchsvolles und zeitraubendes Strukturkonzept am Damenflügel – er zog in der Eröffnung a6-b5-a5-b4-a3, um bei mir eine Schwäche auf a2 zu fixieren – die Gelegenheit gab, einen starken Zentrums-, bzw. Königsangriff zu entfalten. Während der Partie habe ich nicht geglaubt, dass dieses Konzept voll belastbar ist, aber mir war natürlich klar, dass der Nachweis gegen einen so starken Gegner in der praktischen Partie alles andere als einfach sein würde. Energisches Spiel und Präzision waren dafür erforderlich und über lange Zeit gelang es mir auch diesen Erfordernissen gerecht zu werden bei zugegebener Maßen äußerst hartnäckiger und genauer Verteidigung meines Gegners. Doch auch diese wäre wahrscheinlich nicht genug gewesen, wenn ich in der folgenden Stellung den richtigen Zug gefunden hätte:

Schwarz hängt hier schon ziemlich in den Seilen, da seine Figuren aneinander gebunden sind. Ich fand in der Partie aber außer Sf3 keine befriedigende Fortsetzung, obwohl ich in meinen Berechnungen alles Mögliche prüfte – Se2, Txf8 und sogar auch h4, schloss diesen Zug aber leider ohne ihn in die Tiefe zu rechnen ach der Folge Dxh4, Sxf5+, Kg6 aus. Mit etwas mehr Anstrengung hätte ich die Pointe von h4 aber vielleicht gefunden, denn danach wäre die Partiefortsetzung Sf3 richtig stark gewesen und Weiß erlangt in allen Varianten erheblichen Vorteil. Sf3 ohne h4 war freilich noch nicht schlecht, aber eben auch nicht gut genug, um den starken Druck aufrecht zu erhalten. So gelang es meinem Gegner in der Folge einiges Gegenspiel zu organisieren und in der Zeitnotphase schließlich von einem fatalen Fehler meinerseits, der mich Dame und Partie kostete, zu profitieren:

Ich zog 48 Dc5?? und gab nach Dg5+ auf. Mit De4! hätte ich mich jedoch ausreichend verteidigen können. Dazu muss ich anmerken, dass es nach der Zeitkontrolle im 40. Zug nur 15 Minuten Zuschlag gab, was ich, Inkrement hin oder her, als entschieden zu wenig empfinde.

Nun ja, letztlich waren wir der Außenseiter, die Laskeraner haben wirklich gut gespielt, verdient gewonnen und ich wünsche Ihnen auf dem weiteren Weg in der diesjährigen Pokalmannschaftsmeisterschaft nichts anderes als den Titel, so dass wir am Ende behaupten können gegen den Pokalsieger ausgeschieden zu sein.

Wunden lecken nach dem OQT

In Lichtenrade fand in der vergangenen Woche das offene Qualifikationsturnier statt, zu dem sich auch eine kleine Zugzwang-Delegation bestehend aus Neuzugang Alexander, August, Peter und mir begab. Bis auf Alexander allesamt hoch gesetzt in der Teilnehmerliste, war uns von vornherein klar, dass wir auch sehr hoch punkten mussten, um uns am Ende ähnlich hoch zu platzieren. Im Durchschnitt war dies wohl auch unser Ziel, denn einzeln besehen waren die Ambitionen durchaus unterschiedlich. Meine Wenigkeit hatte sich vorgenommen eine DWZ-Leistung von wenigstens 2000 zu spielen, Peter liebäugelte sogar ein bisschen mit der M-Klasse, während August nach meinem Eindruck wohl das bescheidenste Ziel hatte und einfach nur anständiges Schach spielen wollte ohne sich eine arge Blöße zu geben – also die Kleinen hauen, gegen die Großen Remis. Nun ich kann vorweg nehmen, keiner von uns hat sein Ziel erreicht, aber immerhin kam jeder von uns ohne große Blamage durch dasselbe, gleichwohl die ein oder andere Runde doch nicht ganz ohne eine solche ausblieb. Hier ein Beispiel von mir, das ich so in diesem Turnier zum Glück nicht wiederholte:

Weiß am Zug, zieht in geistiger Umnachtung und verliert.

Das Diagramm zeigt im Prinzip das Ende meiner Partie gegen Arnd Bader, der mit einer DWZ von knapp 1800 als Außenseiter in diese Begegnung startete und sich nach der Eröffnung wahrscheinlich schon früh zu Hause sah, denn da stand es noch so:

Wir hatten gerade 17 Züge sowie ca. eine halbe Stunde gespielt und offensichtlich hat Schwarz die Eröffnung, eine verunglückte französische Verteidigung, total verkorkst. Das Computerurteil zur weißen Stellung liegt bei +5 und mehr, was wohl durchaus dem von mir gern gebrauchten Bild einer angeschossenen Bismarck entsprechen mag. Mein Gedankengang war denn auch ungefähr so:  „Na das dauert nicht mehr lange – nur noch einen schönen Treffer landen und versenken.“. Denkste! Von den verschiedenen Gewinnwegen, wovon z.B. h4 ein banaler oder c4 ein brutaler war, entschied ich mich für ein absurdes Wunschkonzertmanöver (Se2 mit der Reiseroute Sf4-Sh5-Sf6 und Händeschütteln), was ob seiner Langwierigkeit meinem Gegner letztlich nur die Möglichkeit zur Instandsetzung seines untergangsreifen Kahns gab. Er brachte denn auch ganz geschickt mit Sc8 die Schiffsschraube wieder in Gang und begann schon bald darauf mich mit den noch intakten schweren Geschützen unter Feuer zu nehmen. Na gut, die hatte ich natürlich auch noch und so wurde selbstverständlich zurückgeschossen, aber das war dann angesichts der Vorgeschichte eben ein vollkommen unerwartetes Gefecht auf Augenhöhe mit enormem Munitionsverbrauch wie man an der eingangs gezeigten „Quasi-Schlussstellung“ sieht. In dieser war das Pulver eigentlich schon komplett verschossen und Wirkungstreffer ließen sich nur noch unter gewaltiger Mithilfe des Kontrahenten erzielen – tja und wer hier an mein superbes Kf1 denkt, hat nicht nur die kleine Aufgabe gelöst, sondern weiß auch wie kooperativ ich hier war. Übrigens hielt Arnd Bader, von diesem Kontersieg vielleicht besonders motiviert, den eingeschlagenen Siegeskurs und versenkte bis zum Erreichen des Turnierhafens noch wenigstens ein weiteres Schlachtschiff – nämlich unsere „Peter Hintze“.

Peter hatte zum Schluss aber noch die geringsten Blessuren zu ertragen und gelangte als 15ter mit einem DWZ-Minus von „nur“ 17 Punkten ins Ziel, wobei der begrenzte Schadens auch einem Glücksmoment zu verdanken ist, den Peter gekonnt für sich zu nutzen verstand. In der folgenden Stellung verteidigte sich sein erfahrener Gegner, Hans-Jürgen Körlin oder auch „Körle“ wie ihn seine Freunde nennen dürfen, nach dem schwarzen Damenschach ziemlich unglücklich mit Te1, wonach Peter eine nette petite combination zum Sieg verhalf:

Nach Ke2 oder f2 ist indes überhaupt nicht zu sehen wie Peter die Partie hätte halten, geschweige denn gewinnen können. Kleiner Tip – der Turm ist nach Te1 gefesselt, darf aber trotzdem geschlagen werden, wobei die Reihenfolge entscheidend ist.

Da sich Peter nun wie anfangs erwähnt eigentlich vorgenommen hatte, die M-Klasse zu erreichen und eine DWZ „nur“ nahe der 2000 ihm nicht wirklich standesgemäß erscheint, hat er sich gleich beim SC Kreuzberg für die Teilnahme an der dort stattfindenden A-Klasse angemeldet. Dort wird er dann auch auf Arno treffen und die beiden können im Prinzip ein verlängertes Stechen um den Ausgang der Vereinsmeisterschaft spielen, falls sich bis dahin nichts entscheidendes mehr tun sollte.

Meine Wenigkeit wird ebenfalls versuchen die Scharte in der A-Klasse auszuwetzen, allerdings bei Berolina im Schachcafé en passant. Mit einem Minus von 19 DWZ Punkten und Zieleinlauf auf dem 17ten Platz hielt sich der Schaden bei mir ebenfalls in vertretbaren Grenzen, nicht zuletzt dank wenigstens einiger heller Momente, wie dem folgenden, in dem mein Gegner, immerhin knapp 400 DWZ-Punkte leichter, mir als Nachziehendem Remis anbot:

Ich lehnte das Remisangebot erst ab und begann dann nachzudenken, wobei mir gar nicht so schnell ein Grund für die Ablehnung einfallen wollte, da kaum ein vernünftiger Zug auszumachen war. Eigentlich standen alle schwarzen Figuren schon perfekt. Doch schließlich fiel der Groschen und ich wusste, warum ich das Remis abgelehnt hatte. Wer’s von den Lesern hier noch nicht weiß und auch nicht selbst herausfinden will,  lese schnell bis zum Schluss, bzw. springe direkt dorthin.

August hat mit einem Minus von 31 DWZ-Punkten die größten Wunden zu lecken, wobei ich manchmal den Eindruck hatte, August hätte den Brand, bzw. Wundbeschleuniger mitgebracht – nicht so klar allerdings, ob für sich selbst oder seinen Gegner. Folgendes Beispiel aus der ersten Runde soll verdeutlichen, was ich meine:

August hat Schwarz, jawohl. Sein Gegner Vojo Katic hat so ca. 400 DWZ-Punkte weniger als August und steht wie man leicht sieht total auf Gewinn. Unbeachtet dessen, dass er eine Figur mehr hatte, konnte er in dieser Stellung mit Txa7 das Licht gleich ganz ausschalten. Problem daran – die beiden sind gerade im 41. Zug angekommen. Zeitnotphase überstanden? Blitzmodus noch nicht abgestellt? Nein, Zeitnotphase nie erreicht, Blitzmodus ab dem ersten Zug angestellt. Die beiden haben zusammen gerade mal 10 Minuten verbraucht und Vojo Katic noch ganz in Eile zieht schnell Lxe5??, wonach Fritz von +15 auf 0 komma irgendwas oder eben August von totaler Abrissstellung auf „Nun will ich kein Remis mehr!“ springt, denn eben dieses Remis bot ihm sein Gegner an, nachdem August genüsslich aber immer noch schnell mit TxLe5 nebst Dd1 Schach die Figur zurückgewann. Vielleicht war das ja August’s Strategie – schnell bis zum Endspiel blitzen, weil er weiß, dass er da ein Bulle ist und Bullenzüge machen kann wie denn auch in dieser Partie im entstandenen Bauernendspiel:

Schwarz zieht und gewinnt.

In der Einleitung hatte ich geschrieben, dass es Augusts Ziel war die „Kleinen“ zu verhauen. Nun das ging allerdings zumindest einmal gründlich schief. Emil Schmidek – mit 10 Jahren noch eher klein, aber dafür ganz sicher ein Riesentalent war zwar in der folgenden Stellung mit Schwarz  kurz davor von August eine Lektion im Endspiel erteilt zu bekommen:

Aber anstatt dies mit a4 kurz und schmerzlos durchzuführen, wollte August dem kleinen die Leviten oder Pamphleten lesen und setzte dazu mit f3 an. Der Junge schien nach Augusts Eindruck ziemlich gelangweilt und was soll man sagen:

hätte die Schlussstellung wohl sogar im Schlaf gewonnen, weshalb August hier die Waffen streckte.

Nun lecken wir also unsere Wunden und werden uns vom Blut berauscht auf unserer Gegner in der letzten Runde der BMM stürzen. Achja mein Bullenzug war übrigens Te4! mit der nicht gut zu verhindernden Drohung Te3+nebst Txb3. Der Turm kann nicht geschlagen werden, weil das dann entstehende Bauernendspiel glatt für Schwarz gewonnen ist.

Keine Macht den Drogen

Am Freitag wurde dem Vorstand ein offizielles Schreiben des Spielausschuss des DSB zugestellt. Es enthielt die Kopie eines Protokolls der NADA (Nationale  Anti Doping Agentur / www.nada-bonn.de) über einen unangekündigten Dopingtest am 9.3.2012 an drei Spielern des SC Zugzwang 95 in der Trainingsstätte des Vereins im der Thomas Mann Str. im Quartierspavillon, dessen Ergebnisse und den (möglichen) Konsequenzen für die Betroffenen.

Hä? Was bitte war am 9.3. los? Ich konnte mich an keine Kontrolle irgendeiner Art erinnern –aber dann dämmerte es mir.

Am 9.4. – wir erinnern uns, Karlheinz feierte seinen 80.ten  und wir spielten die 6. Runde der Clubmeisterschaft -  kamen unerwartet und unangekündigt  zwei  Herren ins Quartierspavillon, die sich unauffällig unter die Menge mischten. Beide beteiligten sich auch an freien Partien und an der einen oder anderen Gesprächsrunde. Einer machte sich Notizen in einer Kladde sowie Fotos, bis Dato dachte ich von den Partiestellungen an zwei Brettern, beides Begegnungen der A-Gruppe. Nun, dagegen war ja nix einzuwenden, obwohl die Stellungen nun wirklich eher langweilig waren.

Mit dem Kenntnisstand von heute stellt sich die Sache ganz anders dar. Beide „Gäste“ waren Kontrolleure der NADA im Auftrag von DOSB und DSB. Offensichtlich hatten sie den Auftrag für eine unangekündigte Trainingskontrolle entsprechend $17 (2) ( www.nada-bonn.de/doping-kontroll-system/trainingskontrollen/rechte-und-pflichten/ ).

Aber wieso eigentlich, beim Schach gilt doch soweit bekannt, dass nur Teilnehmer der deutschen Meisterschaft und der 1. Bundesliga der Antidopingcharta unterworfen sind. Dies steht auch immer noch so auf der Webseite des DSB  

Offensichtlich gibt es dort aus aktuellem Grund eine nicht publizierte Änderung in der Verfahrensweise. Meine diesbezügliche Rückfrage beim Berliner Referenten für Antidoping, Frank Hoppe stieß auf völliges Unwissen, ihm sei keinerlei Modifikationen in der Handhabung und Auswahl der Athleten bekannt. Beide konnten wir nur Mutmaßungen anstellen. Die wahrscheinlichste Variante ist die, dass  durch die von Kasparow intensiv geförderte Kampagne für  Schulschach in  der EU sich DSB und DOSB dazu entschlossen haben, schon im Vorfeld der rechtlich bindenden Beschlusse des EU Ministerrates ein sauberes und dopingfreies Schach zu präsentieren.

Offenbar werden nun punktuell Vereine getestet die im Schulschach aktiv sind. Dies erklärt auch die mehrfache Frage eines der beiden Herren nach Jens Sorgenfrei, der aber an diesem Abend durch Abwesenheit glänzte. Frank meinte noch, dass Zugzwang nur deshalb dran war, weil die wohl eine alphabetische Vereinsliste haben und dort von hinten anfingen. Scheint logisch. Erschreckend aber das Ergebnis.

Entsprechend der Durchführungsbestimmungen zur Ermittlung der Einnahme von illegalen Substanzen wird im Regelfall eine Urinprobe genommen – in begründeten Ausnahmen wird Blut entnommen – natürlich nur im Beisein eines Arztes. Nun, das wäre sicher allen aufgefallen, derartige Proben wurden nicht gefordert. Aber, wie uns erst jetzt durch besagtes Schreiben bekannt wurde, müssen die Kontrolleure nicht zwingend Körperflüssigkeiten einsammeln. Es reicht auch, wenn die Einnahme verbotener Substanzen beobachtet, dokumentiert sowie eine Probe sichergestellt wird.

Letzteres ist passiert, bei drei anwesenden Spielern wurde die Einnahme von verbotenen Substanzen beobachtet, fotografiert und eine Probe der fraglichen Substanzen genommen.

Aus rechtlichen Gründen kann ich hier die Namen der Betroffenen nicht benennen, aber wer sich die Fotos im Artikel zu Karlheinz Geburtstag ansieht kann sich seinen Teil denken. Dort sieht man übrigens mittig am oberen Bildrand einen der beiden ungebetene „Gäste“.

Fall 1, nennen wir ihn Schachfreund „Schwarzhemd“. Ihm wurde die Einnahme von 0,8 L koffeinhaltigem Heißgetränk in Verbindung mit 2 jeweils 0,5 L Flaschen Bionade nachgewiesen. Insgesamt ergibt sich daraus ein Koffeingehalt im Körper von über 0,05%/kg was um das Doppelte über dem erlaubten Grenzwert liegt. Da jedoch keine Hochdosierung im gesundheitsgefährdenden Bereich nachgewiesen wurde, bleibt das Vergehen weitest gehend ohne Folgen. Lediglich die Partie die gespielt wurde, wird für „Schwarzhemd“ genullt, es gibt keine Sperre, auch keine gebührenpflichtige Verwarnung aufgrund der Geringfügigkeit der Schwere des Vergehens. An dieser Stelle sei nochmal an den Rücktritt von Robert Hübner erinnert, der genau aus diesem Grunde erfolgte, weil das Trinken von 2-3 Tassen Kaffee als Doping zum Partieverlust führt. Der Mann war konsequent und weitsichtig! Dazu lese man unbedingt: http://www.schachbund.de/intern/archiv/2002/parkhotel/index.html

Fall 2, nennen wir ihn „Grünhemd“, er fiel schon im Vorfeld seiner Partie durch den Genuss einer grünlichen, übelriechenden Flüssigkeit auf. Diese entpuppte sich als mehrfach melachierter grüner Tee, der ebenfalls auf der Liste der verbotenen Substanzen steht und zwar in der Kategorie der Hallogenozoide. Diese fallen auch unter das BTM (Betäubungsmittel Gesetz). Da sich Grenzwert und mitgebrachte Menge knapp unterhalb der strafbaren Menge beliefen, verzichtet die NADA auf eine Anzeige, es handele sich ganz klar um Eigenbedarf. Allerdings wird “Grünhemd“ für den laufenden Wettbewerb gesperrt, seine bisherigen Ergebnisse werden genullt (was besonders bitter ist, weil diese Ergebnisse dann in die DWZ Wertung kommen – geschätzte  minus 100 Punkte). Eine generelle Sperre gibt es nicht, da man zugunsten des Sportlers entschied und aufgrund der geringen Menge bewusste Leistungsförderung ausgeschlossen wurde. Allerdings wird ein Bußgeld in Höhe der Laborkosten festgelegt, das an den“ Verband grünteeabhängiger Melancholisten“ zu leisten ist.

Fall 3, nennen wir ihn „Heinrich Kojak“, kommt mit einer Verwarnung weg.  In seiner DNA Probe (Speicheltest von einer Flasche) wurden erhebliche Mengen von Rückständen wachstumsfördernder  und follikelbildender Hormone gefunden, bekannt als Dr. Klenks APLEZIN gegen Haarausfall. Da Kojak zurzeit der Probe inaktiv war, fällt seine Sperre von 3 Monaten eigentlich recht moderat aus. Insbesondere weil diese erstens noch nicht rechtskräftig ist und zweitens mit dem Antritt einer Therapie gegen den exzessiven Missbrauch von Haarwuchsmitteln abgegolten ist.

Wie gesagt, noch ist keine der Sanktionen rechtskräftig, allerding glaube ich nicht, dass einer der Betroffenen Rechtsmittel einlegen wird.

Als Spielleiter möchte ich mich aber ausdrücklich von den genannten Exzessen distanzieren.

 

 

 

 

 

 

Vorschlußrunde bei der BMM

Aus (reise)technischen Gründen blieb mein Artikel – obwohl schon seit Montag fertig – irgendwo im Daten-Nirvana hängen. Aber Rene hat ja ausgeholfen. Hier nun noch mein Text :

Die BMM nähert sich dem Ende und die ersten Entscheidungen sind gefallen. Doch der Reihenfolge nach:

Unsere Erste spielt 4:4 in Hermsdorf und sollte nach menschlichem Ermessen die Klasse halten. Nur falls Treptow bei der TSG 6,5:1,5 kantert, Zugzwang selber das Heimspiel gegen X-berg mindestens genauso hoch verliert, könnte es als Tabellenachter in Abhängigkeit von den anderen Staffeln noch daneben gehen. Aber man hat ja schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen…  Top-Scorer ist Andreas mit 5,5/8 vor den ebenfalls ungeschlagenen Rene (5,5/7) und Jürgen (3/5).

Die Zweite spielt ebenfalls 4:4 bei Hertha und hält diese im Tabellenkeller. Mit 7 Punkten sollte der Abstieg kein Thema mehr sein, aber falls Hertha als Vorletzter gegen den punktgleichen Letzten aus Neuenhagen gewinnt und Zugzwang gegen die punktgleichen Jungs von Eckturm verliert, dann könnte das gleiche Scenario wie bei der Ersten eintreten und man wird nur Achter. Und bekanntlich hat man schon Pferde vor der Apotheke gesehen… Top-Scorer sind Henry mit 4,5/7 und Andre mit 3,5/6.

Die Dritte trat ebenfalls bei Hermsdorf an und erlebte eine Neuerung, und zwar am Brett 1, als Detlef, dem vom schnellen Radfahren nach eigener Aussage das Hirn gefroren war, alles abholzte, schlechter stand und von seinem betagtem Gegenüber prompt ein Remis Angebot erhielt. Da das Hirn gerade auftaute konnte er noch rechtzeitig und unüberhörbar  „ja“ rufen – Ende nach nur 30 Minute, satte 4 Stunden früher als sonst…  Thorsten hatte wohl auch keine Lust auf Schach und zog schnell nach. Naja, alles kein Beinbruch, hinten mussten die Punkte her, aber da gab es unerwartet harten Widerstand. Selbst Blitz-Hans brachte bis fast 12:00 Uhr um seinen ihm zustehenden Punkt zu abzutragen. Auch mein Gegner hielt lange gut dagegen, aber nach einer kleinen Ungenauigkeit brauchen alle Dämme. Holger quälte uns dann weil er die möglichen taktischen Lösungen nicht sah –oder sehen wollte – und lieber positionell-sadistisch den Gegner platt machte – was länger dauerte. Inzwischen lehnte Manne in ausgeglichener Stellung ein Remis Angebot von Sumo-Schumi ab, der inzwischen nur noch ne halbe Sumo-Schumi Portion ist – um im nächsten Zug einen Turm wegzustellen, einfach mal so. Kommt bei ihm auch nicht so oft vor. Als auch Doktor seinen Punkt dann vorzeigte warteten wir alle auf Frank, der sehr gut spielte aber ebenfalls einige taktische Lösungen übersah, trotzdem sicher gewann. Also 6:2 und der dritte Tabellenplatz, den wir in der letzten Runde nur im Falle einer 0,5:7,5 Demontage gegen den Gegner X-Berg an selbigen verlieren könnten. Aber man hat ja schon Pferde gesehen… Top-Scorer sind Hans und Doktor mit je 6/8.

Fünf Einsen und eine Null, die Remisenschieber hatten sich längst verdrückt...

Die Vierte zog artig zur Abschlachtung beim Tabellenführer Königsmörder äh Königsjäger, lieferte 6,5 Punkte brav ab und nahm nur 1,5 mit. Aber noch ist man nicht abgestiegen, falls gegen Friedrichshagen 8:0 gewonnen wird bei gleichzeitigem 0:8 der Treptower gegen den Topfavoriten bliebe man drin – schließlich hat man schon Pferde….

Die Fünfte beendet die Saison in Weißensee bei der SG mit einer 3:5 Niederlage und findet sich auf einem Nichtaufstiegsplatz wieder. Aber man hat ja … ja, falls die 4. Stadtklasse aufgelöst werden sollte droht Zwangsaufstieg …

Ein Spielbericht von Jens Sorgenfrei :

„Wir traten heute zur letzten Runde bei der SG Weißensee an. Die Kids steckten voller Motivation und freuten sich alle aufs Spiel nur doof wir waren nur 6e weil Hendrik und Gerd in der 4. punkten sollten. Frank Walther an 1 bat mich schon früh um ein Remis weil er zu viel nebenbei hatte mit Küche und schiedsrichtern. Na ich bin nicht unfair und zum Dank gab es ein Freibier. 2 und 3 gingen kampflos weg. Valli und Jonas traten gegen die beiden einzigen Kinder an und zeigten denen schnell mit logischem und durchdachtem Spiel, dass sie im Training aufgepasst haben und auch Endspiele können. Max an 6 trotzte seinem fast 60 Jahre älteren Gegner ein Remis  ab. Janni spielte auch sehr gut gegen seinen auf den Tag genau 50 Jahre älteren Gegner übersah in einer Kombination, leider dass der Gegner auch noch anders konnte und spielte fortan mit Minus-Turm und verlor dann bald. Und Andre an 8 , da zog der Gegner zweimal und anstatt dies zu reklamieren spielte er einfach weiter aber leider ohne Dame. Also 5 – 3 für SG Weißensee. Im Anschluss bleibt mir noch anzumerken, die Kids haben ihre Sache super gemacht – meine Erwartungen voll übertroffen. Nach der anfänglichen Hektik fanden sie während der Saison zu immer mehr Ruhe spielten bedächtiger, stellten nicht mehr so viel ein und dies zeigte sich dann auch in den Ergebnissen. Besonders Max (8) der 4 aus 5 holte ohne Verlust!! Valli und Jonas holten beide 50% bei ihnen hab ich es am deutlichsten gemerkt wie sie immer konzentrierter spielten Janni der immerhin auch 2 x gewann und Andree der noch deutlich an seiner Konzentration arbeiten muss mit 1 Punkt holten das was ich erwartet habe. ML Jens Sorgenfrei“

 

 

Jubiläum

Nachgeliefert wird noch ein Foto vom 80. Geburtstag unseres Karlheinz Hesselbarth, hier bei der Übergabe des Präsentkorbes, sowie der anschließenden Feierlichkeiten.Karlheinz bei der Übergabe

 

Hinten der Jubilar, vorne die "Spaßhaber"...

Klassenerhalt oder Abstieg?

lautete die Frage für die meisten unserer Mannschaften und kann nach der 8.Runde der BMM nun auch schon ziemlich eindeutig beantwortet werden.

Unsere fünfte Mannschaft hat mit dem letzten Spieltag auch ihr letztes Spiel absolviert und damit den Klassenerhalt „abgesichert“. Nun ja ein Aufstieg war ohnehin nur theoretisch möglich, so dass wir auch im nächsten Jahr in der vierten Klasse vertreten sein werden. Ich glaube das ist auch ganz gut so, denn gerade für unsere von Jens Sorgenfrei betreuten Nachwuchsschützlinge bietet sich damit eine gute Gelegenheit erste BMM-Erfahrungen zu sammeln, ohne dauerhaft auf die Mütze zu bekommen. Jens scheint da auch wirklich gute Arbeit zu leisten, denn keiner von den „Kleinen“ geht ohne Punkte aus dieser Saison – eher das Gegenteil ist der Fall.

Unsere vierte Mannschaft kassierte gegen den Spitzenreiter ihrer Klasse Königsjäger Süd-West 2 eine nicht unerwartete 1,5-6,5 Klatsche, die eigentlich sogar noch als ganz gutes Ergebnis gewertet werden kann, wenn man sich mal die nominellen Unterschiede dieser Begegnung ansieht. Durchaus lobenswert daher die Einzelergebnisse: Danny Jank Remis gegen einen fast 250 DWZ-Punkte schwereren Gegner, Stefan Kur Remis gegen einen über 300 (!!) DWZ-Punkte höher gewerteten Gegner und schließlich unser Vereinsvorstand Hendrik Madeja Remis gegen einen um ca. 100 DWZ-Punkte stärkeren Gegner. Der Abstieg in die dritte Klasse ist damit für unsere vierte Mannschaft unvermeidlich, wobei  dies für den gesamten Mannschaftsmix aus meiner Sicht gar nicht so schlecht ist.

Für die dritte Mannschaft war der Klassenerhalt in der achten Runde schon gar kein Thema mehr, hatte man den doch schon sicher in der Tasche. Aber immerhin gab es noch die theoretische Chance auf den Aufstieg, wenn man selbst gegen Hermsdorf gewönne und Konkurrent Berolina gegen die Gehörlosen verlöre. Nun ich selbst war Zeuge wie unsere dritte Hermsdorf 3 niederwalzte, da die erste es ebenfalls mit Hermsdorf zu tun hatte, möchte aber die Schilderung dieses Blutbads lieber unserem Starreporter Jens Stegmann überlassen, der sein eigenes blutiges Scherflein dazu beitrug. Leider taten die Jünger unserer Stadtgöttin uns nicht den Gefallen sich von den Gehörlosen niedermetzeln zu lassen, womit die dritte Mannschaft auch in der nächsten Saison in der zweiten Stadtklasse antreten wird. Gut geschlagen hat man sich allemal.

Zittern muss einzig und allein noch die zweite Mannschaft, da ihr gegen Herta Lavandevil 2 „nur“ ein Remis gelang. Das ist ein wenig ärgerlich, denn durch einen Sieg hätte man sich laut aktuellem Tabellenstand aller Abstiegssorgen entledigt. Ein bisschen Mitschuld hat sicherlich die erste Mannschaft, die in dieser Saison des Öfteren Verstärkung aus der zweiten benötigte und dankenswerterweise bekam. Jedoch wirklich trübe sieht es nicht aus, da man mit SG Eckturm in der letzten Runde nicht nur eine machbare Aufgabe vorgesetzt bekommt, sondern auch noch einen weiteren Abstiegskandidaten. Ein Unentschieden sollte für den Klassenerhalt sicher ausreichen und dazu kann dann auch die erste Mannschaft ein wenig beitragen, da diese mit der achten Runde den Klassenerhalt geschafft hat und daher sicherlich keinen der stärksten Spieler in der letzten Runde nach oben ziehen wird.

Den Klassenerhalt haben wir mit der ersten Mannschaft durch ein bescheidenes 4:4 gegen Hermsdorf gesichert, wozu allerdings gesagt werden muss, dass unser Gegner mehr oder weniger mit Punktvorgabe spielte, denn Willi „the furious“ Meyer spielte diesmal doch zu sehr mit dem Feuer:

Ich hatte gerade meine ersten drei, vier normalen Züge auf dem Brett, da sah es neben mir schon so wie auf dem Diagramm aus. OK Philidor ganz wild dachte ich mir, auch wenn ich diese Stellung noch nie gesehen hatte, aber schließlich hatte Willfried das – mit Schwarz – gespielt und dann musste es schon irgendwie gehen – eben was ganz verrücktes, wo der Gegner denkt er steht gut, sich in Wahrheit aber auf einem Minenfeld befindet, dass ihn bald in Stücke reißt. Dies wollte Willis Gegner offensichtlich nicht so recht glauben und zog ziemlich prompt – ehe ich fertigspekulieren konnte, was er denn ziehen würde – Lc4, was dann so aussah:

Da mein eigener Gegner gerade anfing zu grübeln und bei mir eigentlich noch nicht viel los war, versuchte ich mich nun in Willis Stellung hineinzudenken und wollte herausfinden, wie er nun Lc4 „widerlegen“ würde, fing jedoch recht bald zu stutzen an als mir einfach keine guten Züge für Schwarz einfallen wollten. Ich dachte über Sf6 nach, über c6 und dann auch über – nun Willi zog ihn eigentlich bevor ich noch richtig darüber nachdenken konnte – dxe4. Na klar dachte ich,  Sg5 wird locker mit d5 beantwortet und wenn sonst nix geht, ist alles gut und ich kann mich wieder auf meine Partie konzentrieren. Just begannen meine Ohren zu dröhnen und der Tisch gedanklich quasi als Nachhall einer Explosion zu vibrieren. Grund? Man sehe:

Rumms! Warum Sg5 ziehen, wenn Sxe5 auch geht? Jaja hier hätte sich nun ein richtig wüstes Endzeitszenario entwickeln können, wenn Willi diesen Springer genommen hätte – doch er entschied sich mit Df6 zu einem Turmgambit und damit zu besagter Punktvorgabe für unsere Gegner. Übrigens ist das Nehmen des Springers natürlich auch nicht wirklich gut für Schwarz, aber eben noch relativ das Beste. Eine Kritik an Willis Spiel soll das ganz bestimmt nicht sein, denn was hier zu einer Niederlage führte, macht ihn sonst so gefährlich – Verwegenheit und keine Angst vor nix.

Was den Mannschaftskampf anbetraf hatte ich auch noch keine Angst, da wir an den meisten Brettern recht gut aus der Eröffnung gekommen waren, lediglich Arno hatte mit der bissigen Behandlung der französischen Verteidigung durch seinen Gegner und Präsident des Berliner Schachverbands Carsten Schmidt zu kämpfen. Carsten hatte ein ziemlich gefährliches Gambit entkorkt, gegen das Arno einfach nicht das richtige Gegenmittel fand und schließlich die Partie verlor.

2:0 also für unsere Gegner und zwar so ziemlich in dieser Reigenfolge. Jedoch so schlimm stand es nicht, Augusts Gegner hatte die Dreistigkeit besessen einen Bauern mit Schwarz so ziemlich in der Eröffnung zu opfern, was August immer persönlich nimmt. Aber nachtragend ist er nicht und verzeiht recht schnell, jedoch erst nach der schachlichen Tracht Prügel, die sein Gegner in Form eines weiteren Bauernverlusts und der totalen Dominanz seiner Stellung einstecken musste. 2:1. Norman war als letzter an diesem Tag fast unbemerkt gekommen und war fast ebenso unbemerkt wieder gegangen. Nebenbei hatte er uns einen halben Punkt beschert, das war natürlich nicht schlecht, 2,5:1,5. Am Spitzenbrett ging es sehr ruhig zu, ganz überlegt wurden schwache Punkte gedeckt, Figuren getauscht und sich die Hand zum Remis gereicht. 3:2. Nun waren fast dreieinhalb Stunden gespielt und sie Stellung meines Gegners hatte sich mittlerweile derart verschlechtert,

dass er hier keine Lust mehr zum weiterspielen verspürte. 3:3 Daraufhin gönnte ich mir zunächst ein paar Sonnenstrahlen an dem schönen Sonntagmittag und spekulierte draußen mit August, ob wir wohl noch gewinnen könnten, denn Oskar stand nach meiner Meinung inzwischen ganz ordentlich. Er hatte sich von Beginn an gut aufgebaut und die Angriffsbemühungen seines Gegners, ja nicht nur abgewehrt, sondern abgeschlagen und stünde nach meiner Meinung nun bereit zum Gegenangriff. Eben da gesellte sich Oskar zu uns und verkündete das 3,5:3,5. Er hatte wohl nicht energisch genug fortgesetzt und daher seine gute Stellung zum Remis verdaddelt. Blieb der schwarze Peter bei „Peter“. Den wollte er sich aber auch nicht einstecken und machte gefühlte zwei Minuten später ebenfalls Remis in wohl etwas besserer Stellung für ihn, aber mit der unwiderlegbaren Begründung: „Wenn ihr keine Lust mehr habt, habe ich auch keine mehr.“ Somit konnten wir uns mit einem 4:4 unerwartet früh (etwa 13:00 Uhr) auf die Heimreise machen und uns über den vorzeitigen Klassenerhalt freuen. Eine furiose Aufholjagd neigt sich damit dem Ende zu, die Pflicht ist erfüllt und vielleicht folgt in der letzten Runde noch eine kleine Kür.

Pfingst Open (16. Alle 18) und Aktuelles

Sonntag ist BMM – bitte alle an die Uhrzeitumstellung denken – also eine Stunde früher aufstehen!

Mal sehen ob sich wieder mal einer zum Trottel macht….

und hier die Ausschreibung für das Pfingst Open – diesmal Termin Pfingsten 2012…

Ausschreibung Pfingstopen 2012

 

Das große Ausmisten

Bei der VM gab es Freitag – trotz Freibier auf Karlheinz 80. Geburtstag – folgende Partien:

A-Gruppe :    Hintze – Sebastian 1:0   Kirchhof – Stegmann 1:0  Jachym – zum Winkel 1:0

B-Gruppe:     Zur – Töpfer 0:1   Noack – Jank 1:0

Damit kann man schon mal Kai (13 Punkte) und Hans (12) zum Aufstieg gratulieren, Frank, Lothar und Gerd haben je 6 Punkte und machen den Dritten unter sich aus.

In der A Gruppe ziehen Arno und Peter einsam ihre Kreise, beide mit je 14 Punkten. Es sieht nach einem toten Rennen aus. Erstaunlich stark ist Christoff, der seinen 4. Sieg einfährt und souverän den dritten Platz belegt (vorausgesetzt das Ergebnis Jachym-WzW 1:0, das jemand auf meinen Paarungszettel gekritzelt hat, stimmt, ich bitte um Bestätigung von jemand der dabei war). Der Rest balgt sich mit 0 bis 6 Punkten um den Abstieg.

Insgesamt hat sich die Turnierdisziplin verbessert, es stehen zwar noch einige Nachholpartien aus, es wurden aber auch schon Partien vorgespielt und konkrete Termine festgesetzt.  Na also, geht doch, dass man immer erst meckern muss…

Was gibt es sonst noch? Der Mitgliederbestand wurde ausgemistet, erkennbar an der von 87 auf 60 Leuten gesundgeschrumpften DWZ Liste. Diese wird – mittlerweile unangefochten – von Andreas mit beachtlichen 2071 angeführt. Die letzten 20 Punkte hat er klammheimlich in Dresden abgetragen, wo er mit 6,5/9 Sieger wurde. Respekt. Wenn man dann noch die BMM dazu rechnet dürfte die 2100 Schallmauer fallen! Weiterhin fällt auf, dass Maik sich dauerhaft bei 1800 + X etabliert hat – Tendenz weiter steigend.