Winteropen 2015 Bericht 1.Tag

9.internationales Winteropen Tagesbericht 27.12.2015  –

Neues Winteropen, neue Rekorde

von René Schildt

 

Bislang konnte das Winteropen fast jedes Jahr etwas zulegen und hatte im letzten Jahr mit 165 Teilnehmern aus 9 Nationen schon eine beachtliche Größe erreicht. Insofern waren wir gespannt, ob wir auch in diesem Jahr noch eine Steigerung erleben würden. Und tatsächlich – 178 Teilnehmer aus 20 Nationen, darunter 14 Titelträger in einer Alterspanne von 8 bis 79 Jahren zeugen von weiter wachsender Beliebtheit. Im Vergleich: Das parallel stattfindende Qatar-Open kommt nur auf 132 Teilnehmer. 😉

 

großer Andrang beim Winteropen 2015

großer Andrang beim 9.Winteropen

In der ersten Runde waren die Spielstärkeunterschiede erwartungsgemäß hoch und somit die Favoritensiege der Normalfall. Gleichwohl gab es auch wieder einige Überraschungen, wobei es wohl richtig wäre von halben Überraschungen zu sprechen, denn kein Favorit muss sich vorwerfen lassen komplett gestürzt oder gestürzt worden zu sein. Ganze 6 halbe Punkte war die Ausbeute der vermeintlichen Außenseiter. So gelang es u.a. dem Niederländer Maarten van Haaften seiner Berliner Schachprominenz FM Werner Reichenbach ein Remis und einige hadernde Worte abzuluchsen, da Werner in der Analyse nach der Partie recht überzeugend darlegen konnte, dass sein Qualitätsopfer wohl mehr als nur gute Gewinnaussichten gehabt hätte.

 

Winteropen 2015 Qualitätsopfer Reichenbach

Hier opferte FM Werner Reichenbach mit TxSd2! sehr stark die Qualität.

 

Nicht ganz zum Punkteerfolg kam zwar Jürgen Wölfert gegen seinen um ca. 350 ELO-Punkte stärkeren Gegner Dr. Manfred Pichler, aber dafür kann er wenigstens von sich behaupten das Orga-Team wegen des Zeitplans ins Schwitzen gebracht zu haben, denn seine Seeschlange führte die Partie bedenklich nah an den planmäßig vorgesehenen Beginn der zweiten Runde. Die Kiebitze drängten sich schon dicht ans Brett und es wären wohl noch mehr geworden, wenn ein kurzes Außerachtlassen der Uhr die Partie nicht jäh „vorzeitig“ beendet hätte.

 

Wölfert-Pichler - die längste Partie der Runde 1

Jürgen Wölfert (li.) und sein Gegner Dr. Manfred Pichler (re.) ahnten hier noch nicht, dass sie die Seeschlange der ersten Runde produzieren würden.

Immerhin konnten sie sich so die Wartezeit bis zur zweiten Runde auf ein Minimum verkürzen.

Diese brachte schon deutlich mehr Überraschungen, allerdings nicht an Brett 1, wo die Partie derartig schnell zu Gunsten des Favoriten IM Pacher ausging, dass der Berichterstatter nicht einmal einen einzigen Blick erheischen konnte.

 

Winteropen 2015 - runde 2 - brett1

Na gut, ein Schnappschuss gelang doch… IM Pacher (li.) – W. Püschel (re.)

Umso länger beobachtete er das Partiegeschehen von Vereinskollegen Peter Hintze, der sich in einem anspruchsvollen Doppelturmendspiel gegen IM Drazen Muse sauber ein Remis herausspielte. Auch die Partie an Brett 2 war für lange Zeit fest im Blick, wurde jedoch irgendwann unter „gewöhnlicher Ausgang“ verbucht und aus den Augen verloren als Andreas Kohtz gegen IM Stefan Mazur mit einem Minusbauern mit dem Rücken zur Wand stand. Und dabei hätte der Berichterstatter doch so gern gesehen wie Andreas seinem Gegner nicht nur von der Schippe sprang, sondern mit dem ganz und gar unerwarteten Sieg für den Paukenschlag der 2.Runde und des ersten Turniertages sorgte.

 

Winteropen 2015 A.Kohtz - paukenschlag

Andreas Kohtz schwammen die Felle erst davon und dann in Form eines goldenen Flieses wieder zu.

Für den nächsten Tag wird Besserung gelobt – keine Partie soll mehr aus den Augen verloren und schon gar nicht vorzeitig abgeschrieben werden. 😉