Bericht

Eröffnung

Schon zum 13. Mal führt der Verein sein berühmtes “Alle 18” – Turnier im Frühjahr durch und die 13 ist eine echte Glückszahl. Mit 76 Teilnehmern ist der Veranstalter hochzufrieden, machen doch das Wetter und das sonntägliche Schnellturnier der SF Berlin ein wenig Konkurrenz. Immerhin sind unter den Spielern fünf FIDE-Meister und insgesamt 23 Spieler jenseits der DWZ 1900 versammelt. Das verspricht einen interessanten Kampf um den Turniersieg und die anderen Preise. Der Preisfonds konnte insgesamt auf die stolze Summe von 940,- € aufgestockt werden und verteilt sich jetzt auf 14 Preise. Bei der kurzen Distanz von fünf Runden kann man sich da kaum einen Ausrutscher erlauben.

Turnierleiter Hendrik Madeja begrüßte pünktlich um 19.00 Uhr die Teilnehmer, wünschte viel Spaß und Erfolg sowie einen guten Hunger beim Bruchbüfett am Samstag und Sonntag. Da Kaffee und Wasser während des Turniers ebenfalls frei sind, steht einem entspannten Turnierverlauf nichts im Wege.

1. Runde

Zum Turnierbeginn zeigten sich die nominellen Favoriten bis auf ganz wenige Ausnahmen auf der Höhe des Geschehens. Zu den wenigen gehörte ausgerechnet der Vizechef der Gastgeber, der gegen Dr. Pöltelt erhebliche Mühe hatte, wenigstens noch das Remis zu retten. Die längste Partie der Runde spielten Norman Daum und Muhammed Al-Azzawi (Stammgast des Alle 18). Nach etwas über 4,5 Stunden und immer am Rande der Bedenkzeit setzte sich dann doch noch der Favorit durch. Da ging es dann schon stark auf Mitternacht zu, allerdings hielt uns eine Nachtigall mit ihrem Gesang die ganze Zeit über munter. Der Turnierort liegt zwar mitten in der Stadt, aber auch mitten im Grünen und bietet bei diesem herrlichen Wetter einen tollen Rahmen.

Die Auslosung der zweiten Runde erfolgte gleich im Anschluss und war schon wenige Minuten später ebenfalls im Internet auf der Homepage des Vereins zu finden. So soll es weitergehen.

2. Runde

In der zweiten Runde mussten sich die Favoriten schon ein wenig mehr strecken und mancher blieb dann auch auf selbiger. Ab Brett 9 wirbelten die vermeintlichen Underdogs das Klassement ganz schön durcheinander. Vielleicht war ja die Aussicht auf das Branchbüfett für manch einen wichtiger als das Spiel an sich. Auf jeden Fall hielt das Büfett, was Chefkoch Hendrik zu Turnierbeginn versprochen hatte und neben dem Wasser war Lob in aller Munde.

Ein anderer Höhepunkt war die Leistung des 11jährigen Philipp Heinrich aus Briesen, der den Routinier Frank Walter von der SG Weißensee ganz schön ins Schwitzen brachte. Bereits in der 1. Runde zeigte Philipp eine gute Leistung und jetzt erspielte er verdient den ersten halben Punkt. Die beiden mitreisenden und mitspielenden Frauen aus Briesen – u.a. Mama – müssen da erst noch nachziehen. Tapfer schlägt sich auch unser jüngster Teilnehmer. Jirawat Wierzbicki hat mit seinen 6 Jahren noch alles vor sich. Es ist schon erstaunlich, mit welcher Konzentration er seine Partien bestreitet. Da wächst hoffentlich ein Talent des Berliner Schachs heran.

3. Runde

Im Ergebnis dieser Runde bleiben sechs Spieler verlustpunktfrei an der Spitze. Darunter befindet sich mit Martin Lang (Setzliste 38) ein sogenannter Underdog, der die Gunst der Stunde nutzen konnte. Trotz des sommerlichen Wetters ist der Kampfgeist der Teilnehmer ungebrochen. Selbst als es draußen schon anfing dunkel zu werden, ackerten noch einige Unverdrossene an ihren Brettern. Sicher hat die gute Versorgung das ihrige dazu beigetragen. Philipp Heinrich legte gleich noch mal nach, holte sich seinen ersten Sieg und möchte bei der Preisverteilung um die größte DWZ-Verbesserung sicher ein Wörtchen mitreden. Allerdings gibt es in dieser Kategorie durchaus weitere ernsthafte Kandidaten.

4. Runde

An den ersten drei Brettern gibt es das Aufeinandertreffen der Führenden mit je 3/3. Als erster konnte Benjamin Dauth seine weiße Weste bewahren. Ihm folgte wenig später Wilhelm Schlemermeyer, der im FM – Duell Boris Gruzmann bezwingen konnte. Schließlich gesellte sich als dritter im Bunde Simon Prudlo dazu, der in der letzten Partie der Runde nach 4,5 Stunden Martin Gebigke vom Gastgeber zur Kapitulation “überredete”. Vor der letzten Runde gibt es somit ein ziemlich enges Rennen und hinter den drei Führenden lauert noch eine ganze Meute auf Ausrutscher. Jetzt ist es erst mal wieder Zeit, sich am Riesenbüfett zu stärken und sich auf die nachmittäglich Hitzeschlacht vorzubereiten.

5. Runde und Fazit

Die fünfte und letzte Runde musste also die Entscheidung um Sieg und Platzierungen bringen. Am Spitzenbrett einigten sich S. Prudlo und FM W. Schlemermeyer auf ein Remis – keiner wollte wohl alles riskieren. Da war der Weg frei für FM B. Dauth, der nach langem Kampf seinen Mehrbauern im Springerendspiel gegen FM Lüders erfolgreich verwerten konnte. Es kam zum Schluss nur einer durch und mit 5/ 5 haben wir einen deutlichen Turniersieger. Mit je 4,5/5 wurden nur knapp durch die Buchholz getrennt die Plätze zwei und drei vergeben.
Die eigentliche Turnierüberraschung schaffte der Vierte – Martin Lang, in der Gruppe der Spieler mit 4 Punkten die klar beste Zweitwertung hatte und überließ seine eigentliche DWZ-Kategorie (1700 – 1899) damit Fabrizio Grassi.. Die andere DWZ-Kategorie (bis 1699) gewann Fabian Wunderlich. Beste Frau wurde mit 3 Punkten Janine Platzek und die größte inoffizielle DWZ-Verbesserung schaffte Philipp Heinrich aus Briesen. Mit einem Sonderpreis (Fritz und Fertig) wurde der jüngste Teilnehmer für seinen ungebrochenen Kampfgeist an den drei Turniertagen geehrt.
Was noch bemerkenswert war:
1.Trotz des super Wetters gab es keinen Rücktritt vom Turnier
2.Die Turnieratmosphäre war sehr freundschaftlich und entspannt
3.Die Versorgung am Samstag und Sonntag stimmte in allen Punkten, das sonntägliche Brunchbüfett war so groß, dass die 76 Teilnehmern es nicht völlig vertilgen konnten.

Die Turnierleitung bedankt sich an dieser Stelle noch mal ausdrücklich bei allen Teilnehmern für ihr Kommen und die gezeigte Kampfbereitschaft. Unser Dank gilt ebenfalls dem Rechtsanwalt Roland Exner, der das Turnier großzügig unterstützte und das auch in Zukunft machen möchte. In die Danksagung einschließen möchten wir selbstverständlich alle ungenannten Helfer, ohne deren Wirken ein solches Turnier undenkbar wäre.

Dieses Turnier wird jetzt jedes Jahr über Pfingsten stattfinden. Erste Überlegungen gehen in die Richtung, anstatt nur fünf ab nächstem Jahr sieben Runden zu spielen und noch einige kleinere Änderungen vorzunehmen. Eure Meinung dazu ist uns jedenfalls wichtig.

Wir wünschen allen Turnierteilnehmern und unseren sonstigen geneigten Lesern einen tollen Sommer, schachliche Erfolge und natürlich beste Gesundheit.

Auf Wiedersehen beim SC Zugzwang 95 e.V.