BMM Runde 2 – etwas ausgebremst

Die zweite Runde der BMM hinterließ bei uns leichte Bremsspuren, aber immerhin wurden doch die meisten der kritischen Kämpfe gewonnen. Interessant an dem Tag war auch der Umstand, dass nicht weniger als 5 unserer Mannschaften bei den Schachfreunden Berlin zu Gast waren. Somit hatte diese Runde auch etwas von einem Vergleichskampf und ich witzelte auf die Frage von Markus Zelanti von den Schachfreunden, ob wir denn etwa beabsichtigten Punkte zu entführen: „40!“. OK so viele wurden es nicht, aber die Ausbeute war mit 20,5 Punkten immer noch ein klarer Sieg in dem Vergleich. Wir sind also besser als der Bundesligaverein. 😉

Erfreulich auch, dass unsere Nachwuchsmannschaft auch bei ihrem zweiten Einsatz unter Beweis stellen konnte, dass sie kein Kanonenfutter ist – wieder Unentschieden. Valentin verdient dabei besonderes Lob, er betätigt sich in dieser Saison nicht nur erstmals als Mannschaftsleiter, sondern auch als Berichterstatter. Seine Schilderung des Geschehens möchte ich euch nicht vorenthalten (s.u.), ganz im Gegenteil, ich möchte insbesondere die anderen Mannschaftsleiter anregen, es ihm gleich zu tun und ebenfalls nach absolviertem Kampf in die Tasten zu hauen, selbst wenn euch die Erinnerungen manchmal quälen, bzw. wegen absichtlichen Vergessens schon kaum noch vorhanden sind.

Mannschaft 1 (Stadtliga B)

SF Berlin 1903 4 SC Zugzwang 95 3,0 : 5,0
402 Jens Kretzschmann 2057 102 Madhan Barath 2259 0:1
403 Mark Müller 2090 103 Ulrich Schwekendiek 2279 ½:½
404 Philipp Johannes Hötte 2039 104 Ali Polatel 2224 1:0
406 Martin Kunze 1984 105 Vitalij Major 2120 0:1
407 Martina Skogvall 1926 106 Adis Artukovic 2054 0:1
409 Roberto Di Candia 1978 107 Abdulkadhim Ismaeel Thaer 1974 1:0
411 Jomaa Al Hassan 1987 108 Norman Mielke 1885 0:1
413 Jens Kutschke 1916 204 Maik Kopischke 1788 ½:½

 

Großer Andrang an den Spitzenbrettern unserer ersten Mannschaft. Barath (hi. re.) brillierte trotz oder gerade wegen der geopferten Qualität und Ulrich spielte eine wilde Partie gegen Mark Müller, der sich achtungsvoll schlug und unserem Mannschaftsleiter ein Remis abknöpfte.

 

 Mannschaft 2 (Klasse 1.1)

SF Berlin 1903 5 SC Zugzwang 95 2 3,5 : 4,5
505 Arnd Bader 1896 201 Rene Schildt 2071 0:1
507 Prof Hans Jung 1876 202 Peter Hintze 2021 ½:½
508 Nico Leonhardt 1842 203 Henry Reiche 1823 ½:½
509 Robert von Jutrzenka 1767 206 Oskar Schilling 1732 1:0
511 Peter Baranowsky 1691 207 Jens Tolkmitt 1772 1:0
512 Rolf Schmidt 1678 208 Volker Schmidt 1730 0:1
514 Andreas Scheele 1720 209 Detlef Just 1680 0:1
515 Elsa Pivard 1734 302 Sebastian Bender 1739 ½:½

Ein denkbar knapper Sieg war das Resultat des Tages. Nach knapp einer halben Stunde hatten wir schon einen halben Punkt zu wenig, da Peter sehr genügsam gegen Dr. Jung Remis anbot, was angesichts einer recht ausgeglichenen Stellung und eines erheblichen DWZ-Unterschiedes natürlich dankbar angenommen wurde. Ich fand’s besonders schade, weil Oskar so nicht mehr bei Peter abgucken konnte, denn die beiden hatten bis dahin haargenau die gleiche Stellung auf dem Brett. Doch Oskar brauchte eigentlich auch nicht abzuschauen, denn er bekam auch so eine gute Stellung, die in einem eigentlich unverlierbaren Turmendspiel mündete. Doch auch diese eigentlich Unverlierbaren kann man eben versemmeln. Volker glich Oskars Versemmelung glücklicherweise durch taktische Brillanz aus und opferte im Endspiel eine Figur für einen Freibauern, der schließlich das tat, was Freibauern tun sollen. Ich selbst durfte auch etwas zum Mannschaftssieg beisteuern und gewissermaßen damit auch Peters halben Punkt aufwerten, denn die Eröffnungsidee gegen die französische Verteidigung hatte ich von ihm und die sich daraus entwickelte Partie entsprach ganz meinem Geschmack. Der Matchwinner des Tages war aber Det, der mit seinem Sieg nicht nur die Mannschaft beglückte, sondern vor allem auch sich selbst, denn damit beendete er eine lang anhaltende schwarze Serie und sah nicht nur das Licht am Ende des Tunnels, sondern lässt das Dunkel des Tunnels hinter sich. So weit ist die Mannschaft aber noch lange nicht, denn es kommen noch einige schwere Brocken, die wir hoffentlich aus dem Weg räumen werden.

Henry (li.) mühte sich wie immer mit aller Kraft um den ganzen Punkt. Leider war ihm aber im Bauernendspiel nur ein halber vergönnt. Immerhin: Für den Mannschaftsieg reichte es.

Mannschaft 3 (Klasse 2.3)

SF Berlin 1903 6 SC Zugzwang 95 3 4,5 : 3,5
602 Sina Armaghan 301 Wilfried Heymach 1842 1:0
603 David Leitritz 1773 304 Thomas Karyah 1695 +:-
604 Dr. Aleksandar Jovalekic 1797 305 Bernd Rösler 1687 ½:½
606 Dr. Pietro Massa 306 Amina Fock 1624 ½:½
607 Gabriel Tarriba Martinez Lopez 307 Holger Gerards 1603 ½:½
609 José Romero Castillo 308 Kai Töpfer 1569 1:0
610 Jan Suran 1558 309 Hanno Kühnert 1522 -:+
612 Siegfried Prix 1644 311 Herbert Klemt 1557 0:1

Mannschaft 4 (Klasse 2.4)

SF Berlin 1903 7 SC Zugzwang 95 4 3,5 : 4,5
701 Sibylle Guder 1741 401 Lothar Kollberg 1995 0:1
702 Ievgenii Glushko 402 Thorsten Gragert 1768 1:0
705 Friedrich Luther 1670 403 Eberhard Herrmann 1744 1:0
706 Adnan Abdulla 1646 404 August Hohn 1688 ½:½
711 Nikola Kulas 1531 405 Manfred Kothe 1638 ½:½
712 Nemanja Jeremic 1525 407 Frank Rehder 1638 ½:½
713 Markus Zelanti 1476 409 Dr. Karlheinz Hesselbarth 1622 0:1
714 Albi Canaj 505 Hans Noack 1591 -:+

Einen halben Punkt brauchte unsere Vierte hier noch zum Sieg und Käptn Rehder (re.) lieferte ihn persönlich.

Mannschaft 5 (Klasse 2.1)

SC Schwarz-Weiß Lichtenrade SC Zugzwang 95 5 6,5 : 1,5
101 Fabian Gallien 2046 502 Sana Fock 1644 1:0
102 Bruno Triebus 2006 503 Daniel Eyngorn 1606 1:0
103 Dr. Rene-Reiner Starke 1863 504 Gerd Bohnsack 1605 ½:½
107 Ertan Caglar 1615 506 Hendrik Madeja 1542 1:0
108 Jan-Michael Bode 1666 508 Karsten Berndt 1520 0:1
109 Ted Shpati 2048 509 Riccardo Bellomo 1515 1:0
208 Mario Wolf 1595 510 Nur Polatel 1452 1:0
211 Karl-Heinz Zirr 1595 610 Arromba Lee 1:0

 Mannschaft 6 (Klasse 3.1)

SF Berlin 1903 8 SC Zugzwang 95 6 5,0 : 3,0
801 Kurt Schlaeppi 1698 601 Florian Habermann 1608 1:0
804 Lukas Mohn 795 602 Jörg René Mueller 1517 1:0
805 Mariusz Kaniecki 1378 604 Stefan Kuhr 1467 ½:½
806 Johannes Winkler 1363 605 Alexander Gesk 1381 ½:½
809 Thymios Natsidis 606 Lothar Stelzer 1367 0:1
811 Sonja Mahler 1332 607 Gerd Zur 1353 1:0
813 Robert Manthey 608 Klaus Bartels 1320 0:1
814 Kilian Zumstrull 609 Dr. Frank Schieritz 1551 +:-

Stefan (li.) spielte eine der längsten Partien des Tages. Es sah eigenlich nach einem Sieg aus, aber heraus kam “nur” ein halber Punkt. Die Mannschaft verlor leider nicht zuletzt wegen eines unbesetzten Bretts mit 3:5.

Mannschaft 7 (Klasse 4 Mix)

SG Lichtenberg 5 SC Zugzwang 95 7 4,5 : 1,5
502 Maxim Reinhardt 1298 702 Bernd Hubbe 1192 0:1
503 Ralf Auge 1389 703 Michael Milbredt 1166 1:0
505 Bernd Grabowski 1192 704 Ferdinand Schulte-Bockolt 1099 1:0
506 Kurt Kernke 1245 705 Fritz Habermann 1079 1:0
507 Rüdiger Siebert 1104 706 Madiha Fock 842 ½:½
518 Linus Katzenbach 710 Kerstin Fock 1:0

Mannschaft 8 (Klasse 4 Ost)

SC Friesen Lichtenberg 5 SC Zugzwang 95 8 3,0 : 3,0
501 Thomas Schwager 1592 801 Arseniy Dorofeev 1478 1:0
502 Andre Baumgaertner 1504 802 Valentin Schpeniuk 1327 1:0
504 Daniel Chapiro 847 804 Finn Szepan 1009 1:0
505 Lukas Schwager 815 805 Tilo Szepan 935 0:1
507 Alexander Greiser 806 Ben Szepan 784 0:1
512 Emil Tempel 736 808 Konstantin Schpeniuk 0:1

8:58 Uhr am Sonntag Morgen: Der 8. Mannschaftsleiter des SC Zugzwangs kommt nach Luft ringend und völlig durch den Wind, in das kleine Vereinshäuschen des SC Friesen Lichtenbergs gestürmt. Diese Hektik lässt den Puls, der armen alteingesessenen Schachfreunde, gefährlich höher schlagen. Nach dieser außerplanmäßigen Verspätung konnte es nach leichter Verzögerung auch reibungslos beginnen.
Dreißig Minuten später schickt Ben Szepan an Brett 5 seinen Gegner zurück in die eisige Wüste Lichtenbergs woher er kommt. Dieses Spiel verlief in solch einem Tempo, dass es keinem beiden möglich war korrekt mitzuschreiben. Eine wahrhaft blutige Schlacht. Jedoch besiegelt Ben, mit dem finalen Zug De8#, und damit einem gelungenen Grundreihenmatt, das Schicksal seines Opfers.
Der zweite Punkt für die Gastmannschaft ließ nur weitere sechzig Minuten auf sich warten. An Brett sechs  beendete Konstantin die Partie, welche für seinen Gegner schon suboptimal begann. Nach wenigen Zügen musste dieser, in einem Anfall geistiger Umnachtung, den Verlust einer Leichtfigur sowie eines Bauern verkraften und konnte dieses Defizit an Material aufgrund der souveränen und kontrollierten Spielweise des Zugzwänglers nicht ausgleichen.

Nachdem eine solide 2:0 Führung ausgebaut werden konnte, mussten genauso viele Rückschläge verkraftet werden.
An Brett eins lieferte sich der Jungspund Arseniy eine waghalsige Partie mit seinem, in Alter und DWZ  überlegenen, Gegner. Er brach, nach einiger Zeit und einem gewagten Opfer, den Damenflügel seines Gegners auf und lies den König vor Scham erstarren, als dieser ohne Deckung mehr und mehr in das Zentrum getrieben wurde. Doch anscheinend war ihm dies nicht genug und er ließ sich weiterhin vom Teufel reiten. Ein Turm und ein Läufer wurden ins Feuer geschmissen, um dem schwarzen König den Todesstoß zu versetzen. Jedoch schlüpfte dieser um Haaresbreite aus der Schlinge und so sah Arseniy letztendlich einer Übermacht ins Auge, welcher er nicht standhalten konnte.
Während dieses Schauspiels, zeigte Finn seinem Gegenpart eine nicht minder sehenswerte und bärenstarke Vorstellung und schaffte es, aus dem Mittelspiel mit einem Freibauern, aber dafür drei verbundenen Zentrumsbauern beim Gegner hervorzugehen. Leider verließen ihn dann seine Konzentration und Kräfte, sodass die drei Bauern durchbrechen konnten und ihm eine sehr bedauernswerte Niederlage zufügten.
Zunehmens näherte sich die Mittagsstunde und damit ging der Mannschaftskampf in die finale Phase. Der Zwischenstand betrug 2:2. Damit würde sich der Ausgang vom Ergebnis an Brett zwei und drei entscheiden.
An Brett drei spielte Tilo in aller Ruhe seine Partie, ganz in Frieden mit sich und der Welt, ohne auch nur eine Chance, einen Vorteil zu erlangen, auszulassen. Und eben diese Chance bot sich in der Mitte des Spiels, wo er die Dame und die Sicherheit des gegnerischen Königs für zwei Türme erkaufte. Diesen Vorteil baute er dann, mit einem Qualitätstausch, noch weiter aus und wandelte diesen in einen schlagkräftigen  Angriff und somit in eine gewonnene Partie um. Damit war der Mannschaftskampf zumindest in ein Unentschieden gerettet.
Die Zeit näherte sich, für Brett zwei, nun dem Ende zu. Noch fünfzehn Minuten verbleibend und noch mehr Züge nötig um die zusätzliche Bedenkzeit zu erhalten. Ein Mehrbauer und eine respektable Stellung konnte jedoch nicht die Zeitnot ausgleichen. Eben durch diese war man gezwungen den Verlust der Dame mit einem Turm und einem Läufer auszugleichen, was jedoch nicht möglich war. Die Niederlage war eine unvermeidbare Folge. Herr Schpeniuk sollte ebenso im Schach wie in der Pünktlichkeit die dritte Dimension, die Zeit, niemals vernachlässigen.
Fazit: Der Mannschaftskampf ging damit in ein akzeptables Unentschieden, welches jedoch nur durch die starke Leistung der hinteren Bretter gewährleistet werden konnte.

 

Kommentieren ist momentan nicht möglich.