Archiv für Dezember 2012

Spannung bis zur letzten Sekunde…

Nachdem Sonnabend Thorsten krankheitsbedingt absagen musste – gute Besserung –  sprang Willi erfreulicher Weise kurzfristig ein. Er war auch der Letzte der kurz vor Rundenbeginn eintrudelte – auf dem Rad – was schon mal bei den Straßenverhältnissen Respekt verlangt. Leider mussten wir durch den Ausfall auf rutschen, was z.B. für mich hieß, dass ich in dieser Saison immer noch kein Weiß hatte, was aber nicht bedeutet, dass es eine schwarze Saison wird…

In  der Bahn wurde Hans „Blitzkrieg“ Noack noch einem erzieherischen Gespräch unterzogen – er solle doch wenigsten gelegentlich über die Züge nachdenken und nicht immer sofort den Antwortzug aufs Brett knallen – dies wäre dem Mannschaftserfolg dienlicher…

So gerüstet ging es im Rathaus Treptow gegen die SG Treptow-Baumschulenweg II, wobei wir klarer Außenseiter waren, denn die Treptower waren an 6 Brettern DWZ mäßig überlegen.

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Endlich fertig – die schönsten Partien

Da sind sie nun, die eingereichten schönsten Partien der letzten Saison. Man findet sie unter Aktuelles/Schönste Partie.  Zwar spät diesmal, aber es gab technische Probleme. Dank an Rene für seine Hilfe.

Nun sind alle aufgefordert wie immer drei, zwei und einen Punkt zu vergeben, das Ganze bis zum Jahresende, entweder hier per Kommentar, per Mail an mich oder persönlich. Mitmachen können alle Mitglieder der Spielgemeinschaft, ich bitte um rege Beteiligung. Derzeit führt August vor Rene.

Spielberichte 3. Runde BMM

Unsere erste Mannschaft hielt sich am Sonntag an der dritten vom SC Kreuzberg schadlos. Dabei lieferte ich mir mit Jürgen ein Wettrennen um die erste beendete Partie, das ich in doppeltem Sinne gewann. Dabei hätte dies durchaus anders kommen können:

Mein Gegner, Wilhelm Löhr, hatte gerade SxSf3 gespielt und ich schon mal prophylaktisch mit dem e-Bauern zurückgenommen, um meinen weißfeldrigen Läufer vor dem Abtausch zu bewahren. Schließlich rechnete ich fest damit nach Sxd4! schwer um’s Remis kämpfen zu müssen. Doch Willi, gegen den ich beim SCK schon unzählige Partien geblitzt habe, zog auch hier sehr zu meiner Erleichterung im Blitztempo  Lf6, worauf sich das Spiel recht bald zu einer Einbahnstraße entwickelte, die in einer totalen Dominanzstellung für Weiß gipfelte:

Jürgen gratulierte mir denn auch als erster zum Sieg, als er nur eine gefühlte Minute nach mir ebenfalls die Kapitulation seiner Gegnerin mit dem klangvollen Namen Clara le Bail entgegennahm. Diese hatte, so ich das quasi en passant mitbekam, einen Teil ihrer Artillerie auf ein Himmelfahrtskommando geschickt, aus dem es keine Wiederkehr mehr gab.

Als nächstes lieferte Christian pflichtgemäß seinen Punkt ab. Er hatte den Sizilianer seines Gegners bereits in der Eröffnung im Gambitstil zerpflückt, so dass dessen König in schwere Nöte geriet und darüber hinaus Schwund im Waffenarsenal sowie ein verwirrtes Bauernvolk zu beklagen hatte.

Ausruhen konnte sich unsere Mannschaft auf diesen drei schnellen Siegen allerdings nicht, denn nun folgten zunächst einmal zwei Niederlagen.

Zuerst strich Jan gegen Andreas Dufner die Segel, der sich wohl sehr „Modern“ verteidigte. Jan fand kein passendes Konzept dagegen und musste sich nach einer für ihn ungünstigen Abwicklung im Zentrum nicht nur mit einem bäuerlichen Defizit seinerseits, sondern auch noch mit einem weit ins eigene Reich eingedrungenen bäuerlichen Partisanen  seines Gegners abfinden. Dieser richtete schließlich Kollateralschaden an der Basis an, was die höchste Instanz, die dies nicht verhindern konnte, zur sofortigen Amtsniederlegung bewegte.

Als nächster quittierte Martin seine Niederlage. Höchste Zeitnot (noch ca.2 Minuten für noch ungefähr 15 Züge bis zur Zeitkontrolle) führte in positionell komplizierter Stellung zu  einigen Ungenauigkeiten, die schließlich zu viel Material kosteten. Schade, denn bei anderer Zeiteinteilung hätte Martin die Klippen sicherlich umschiffen können. Seine Stellung war vor der Zeitnotschlacht jedenfalls durchaus in Ordnung.

Normans Partie verlief lange Zeit recht ausgeglichen bis beide Spieler die Krise der Partie herbeimanövriert hatten. Diese kulminierte in einem erstaunlichem Hilfsmatt seines Gegners Dr. Wörz, so dass Norman einen durchaus glücklich zu nennenden Sieg errang, zumal das Barometer kurz vor dem Hilfsmatt kräftig zugunsten von Weiß ausgeschlagen hatte.

In dieser Stellung zog Dr. Wörz, sicher auch der akuten Zeitnot geschuldet Td1?? und gab nach Normans Antwort gleich auf. Welche das war liest man am Schluss des Berichts.

Ulrich hatte wie gewohnt unter Inkaufnahme von einigem Risiko kompromisslos auf Gewinn gespielt. Sein Gegner verteidigte sich indes sehr aktiv und kam im Verlauf der Partie, insbesondere in der Zeitnotphase vor dem 40. Zug zu so viel Gegenspiel, dass Ulrich nichts anderes übrig blieb als die Dauerschach-Notbremse zu ziehen. Diesen Moment habe auf demnachfolgenden Foto festgehalten.

Ulrich suchte hier vielleicht noch das Matt, bevor er sich für das Pendel Tf1+, Tf2+ entschloss.

Den Schlusspunkt setzte Hartmut mit seinem Sieg gegen Mirca Hasic. Unser Mann hatte sich mit den schwarzen Steinen spielend nach theoretisch korrekt absolviertem Eröffnungsverlauf bald  einen Sargnagel auf f6 einzimmern lassen, der immer gewisse Mattvisionen wahlweise auf g7, h7 oder h8 aufkommen ließ. Es blieb jedoch bei den Visionen, weil sein Gegner anstelle die Totenglocken für den schwarzen König zu läuten, bald das Requiem für den eigenen anstimmte. Seinem Unmut über die Niederlage gab er vernehmlich Ausdruck, was angesichts des Partieverlaufs genauso verständlich war wie irgendwie auch Hartmuts Antwort, nämlich dass es eben nicht so einfach sei. Tja in der Tat, Schach ist ein kompliziertes Spiel.

Alles in allem haben wir nach den ersten beiden eher mühsamen Siegen diesmal recht überzeugend gewonnen. Möglicherweise ist der Motor jetzt angesprungen und wir nehmen richtig Fahrt auf.

Den Elfmeter verwandelte Norman übrigens mit e2+!, wonach das Matt auf h1 nur noch mit immensem Materialverlust hätte vermieden werden können.