Archiv für Januar 2012

28. Offene Berliner Senioren-Einzelmeisterschaft

vom 27. Januar – 4. Februar 2012 im Quartierspavillon, Thomas-Mann-Str. 37

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Partien

 

 

 

BMM Runde 5

Sie können es noch, die Burschen der Ersten, nämlich gewinnen! Zwar knapp aber mit 4,5:3,5 gegen die Schachfreunde 4.  Und die kamen ohne ihre Papiertiger, sprich ohne gesamten 2000er – aber das reichte eben nicht. Die rote Laterne ist nun wieder in Fredersdorf und man hat gut Chancen den Abstieg aus eigener Kraft zu bannen. Dazu muss in den nächsten Runden gegen die Tabellenplätze 8,7,6,5 nacheinander gespielt und gepunktet werden. So schlecht sieht es also nicht aus, Andreas vorne mit 3,5/5, auch Jürgen und Rene sind noch ungeschlagen. Schön auch, dass Arno sich nicht drückt und zu seiner Olympiade steht. Aber jede Serie muss ja mal reißen…

Übrigens besonders sehenswert war Normans Partie, da hing ein halbes Dutzend Figuren…

Die Zweite kam – eigentlich wie erwartet –etwas unter die Räder. Gegen Staffelschwergewicht SW Neukölln ging man mit 1,5:6,5 unter. Die Gäste waren an allen Brettern deutlich favorisiert, vorne bis um 300 DWZ Punkte stärker, hinten immerhin noch 60-100. Der Einzige der gegenhalten konnte war Maik, der ohnehin derzeit in bestechender Form ist. Abstieg ist trotzdem kein wirkliches Thema, denn man bekommt in den nächsten Runden noch lösbare Aufgaben.

Die Dritte gewann gegen Rotation II klar mit 6:2, nur es war überhaupt nicht klar sondern glücklich, eigentlich hätte das Ding mit 3:5 in die Hose gehen müssen. Manne Kothe lieferte als erster den Punkt ab, da ging es bei Hans und mir schon mal rasant bergab, beide hatten wir einen Bauern weniger. Thorsten meldete zwar erheblich Bedenken an, weil er in einen Angriff geraten war, aber seine Figuren standen optimal für einen Konterangriff, erst wollte er das nicht glauben, dann schlug er zu… 2:0 und Karlheinz wurde von uns gezwungen das Remis-Angebot anzunehmen. Kurz darauf wendete sich aber das Blatt, Hans stand auf Verlust, Frank verdaddelte ne Qualle, und Detlefs Angriff wurde gekontert, er hatte auch einen Minusbauern. Sah alles nicht gut aus. Dann konnte Hans seinen Gegner einschläfern und bescheißen – hat wieder mal bei ihm geklappt…  Wie der Bursche das schafft ist mir ein Rätzel, aber es klappt immer wieder, somit 3,5:0,5 – und Holger machte auch Remis, nach dem Motto einer der drei übrig gebliebenen wird doch wohl den halben Punkt ergaunern – oder? Bei Frank war nix mehr zu retten und Detlef zettelte einen schönen Angriff an, aber hatte nur noch eine Minute. Wie ich nebenbei mitbekam schaffte er es den Punkt trotzdem einzufahren. Echt cool. Den Lacher des Tages gab es aber an meinem Brett. Ich spielte schlecht, verlor einen Bauern, kämpfte mich ran und opferte noch einen Bauern für Gegenspiel. Das hatte sich gelohnt und beim 40. Zug hatte ich das Remis auf dem Brett – wenn ich es denn gesehen hätte. Denn ich kam nicht dazu, mitten in meinem Nachdenken nach Ausführung seines 41. Zuges – aber ohne die Uhr zu drücken – fragte mich mein Gegner, wie es denn bei dieser Uhr mit dem 30 Minuten Zuschlag funktioniert. Ich erklärte es ihm und bemerkte dann, dass er nicht gedrückt hatte. Aber noch bevor ich was sagen konnte „half“ schon einer seiner Mannschaftskollegen nach, zeigte auf die Uhr und blökte „du musst drücken“. Ich fass es nicht, der eine fragt mich mitten beim nachdenken – o.k. das sei ihm schon aufgrund seines Alters verziehen, und der andere quatscht in die Partie rein. Und das beim Schiedsrichter…  Also ehrlich, ich bin schon für eine moderne Psychiatrie, aber bitte kein Freigang für solche Patienten an BMM-Sonntagen! Ich meine natürlich den Typen der da reingequatscht hat. Prompt stelle ich einen Bauern ein, statt das sichere Remis durch Vorstoß des Freibauern zu erreichen. Aber es kam noch doller. Mit S+2B gegen S gab es eigentlich nix zu retten, aber mein Gegner wurde immer langsamer und fand keinen Weg meine Blockade zu überwinden. Satte 20 Züge kurvte er rum ohne Fortschritte zu machen, erst dann kam er auf die richtige Idee, da hatte er aber nur noch 50 Sekunden – was selbst für einen guten Blitzspieler noch Stress bedeutet hätte. Ich biete also Remis an – und er spielt weiter…   Mit 23 Sekunden aufm Wecker biete ich nochmal Remis, zeige auf seine Uhr…  und er spielt wieder weiter…  Naja, und dann war die Zeit um. Tja, es ist lächerlich, aber nur mit König uns Springer gewonnen. Ist übrigens regelkonform, weil ich ja noch mattsetzen kann (W: Kh8 S egal Bh7  S: Kf8 Sf7matt).  So gab es also ein überaus glückliches 6:2 und realistische Aufstiegschancen. Wer so viel Dusel hat, dem könnte das sogar gelingen…

Unsere Vierte gewann gegen Rehberge III ! Und dies obwohl die Killer Kai und Daniel diesmal verloren. Dafür sprang der komplette Ersatz aus der Fünften ein und punktete. Doc Schieritz gibt wieder den 100% Ersatz (2/2) und auch Gerd kann noch gewinnen – und zwar wunderschön, Mittelgambit, Läufereinschlag auf f7 und dann nicht irgendwie drauflos sondern ganz sauber den König übers Brett gejagt und erlegt. Nun spielt man noch gegen die beiden Spitzenreiter und die beiden Tabellennachbarn, aber es geht dermaßen eng zu in der Staffel, dass theoretisch noch alle Mannschaften absteigen könnten, und bis auf den Letzten alle noch aufsteigen. Da geht also noch was…

Neulich im Club…

Stell dir vor es ist Clubmeisterschaft und keiner geht hin…

So ungefähr scheint es in diesem Jahr zu laufen. Am letzten Freitag – lag es daran das es der 13. war? – kamen von acht angesetzten Partien exakt eine zur Austragung!? Davon keine einzige in der A-Gruppe. Entschuldigt hatte sich lediglich Christoph, die beiden Martins haben sich für den nächsten Freitag verabredet. In beiden Gruppen sind somit exakt 50% der Partien noch offen. O.K. da gab es im Dezember die Überschneidung mit der Weihnachtsfeier, das ändert aber nix an der Tendenz.

Überhaupt bleibt fest zu stellen, dass die Clubmeisterschaft immer weniger Anklang findet, waren es noch vor zwei Jahren 28 Teilnehmer, so sind es in diesem Jahr nur noch 17. Von insgesamt 87 Mitgliedern. Eine unterirdische Quote von unter 20%. In Worten: nur jedes 5 Zugzwang Mitglied hat Interesse an der Clubmeisterschaft. O.K. wenn wir mal die 30 Karteileichen und Kinder abziehen liegen wir dann bei 17 von 60 also auch nur 28%. Jammervoll.

Ist das überall so? Ich hab mal recherchiert. Es gibt Vereine wie Zitadelle oder Eckbauer die führen gar keine VM durch. Bei Bero gibt es keine Kinder, von den 75 Mitgliedern spielen 46 die VM, das sind über 60%. Bei NordOst registriert man 62 Mitglieder, davon 10 Kinder, 38 spielen VM, das ergibt eine Quote von rund 75%. Eintracht meldet 61 Leute, davon 18 Kinder, 30 von den verbleibenden 43 spielen VM also 70%.  So oder so ähnlich sieht es bei allen Clubs aus, meist spielt mehr als die Hälfe aller Erwachsene die Clubmeisterschaft mit.

Warum bei uns nur so wenige – obwohl ich vor Beginn doch reichlich Werbung gemacht habe und fast jeden einzelnen angesprochen, wenn nicht sogar gebettelt habe???

Liegt es am Preisgeld? Nein. Im Gegenteil, wir schütten sogar für die B-Gruppe Gelder aus, so was gibt es wohl nirgendwo.

Liegt es am Modus? Eigentlich auch nicht, ich hab nur 3 Clubs gefunden die z.B. nur 60 Min. spielen oder ohne DWZ Auswertung, so wie etwa Marienfelde oder Empor. Auch die Frage Runden- oder Schweizer Turnier kann nicht entscheidend sein, da steht es etwa 50:50.  

Liegt es am Spielmaterial? Wohl kaum, seit Jahren Bundesliga Material, jetzt sogar alles neu, Figuren, Uhren, Bretter – jaja, an den fehlenden Holzbrettern wird es wohl eher nicht liegen – aber das Thema lass ich jetzt mal weg…

Liegt es an der Versorgung? Naja, die ist natürlich nicht mehr so wie sie noch vor Jahresfrist war, aber seit November ist die Versorgung mit gekühlten Getränken gesichert – und das ist ja bekanntlich EXTREM wichtig…;)

Liegt es an den Spielbedingungen? Naja, wir haben nur den einen Raum und wenn geblitzt wird, dann wird es gerne laut. Aber damit haben sich alle arrangiert, der Lärmempfindlichste bin eh ich – oder besser gesagt, der einzige mit noch intaktem Gehör – und dann setz ich eben meine Lärmschützer auf. Mein Angebot Ohrstöpsel mitzubringen steht auch noch – die hab ich massenhaft von der Berufsgenossenschaft.

Alles keine Gründe oder? Kann dann nur noch an den Leuten liegen – denk ich. Wie halten wir es denn miteinander? Bisher war es doch so, dass es ein sehr freundschaftliches Verhältnis untereinander gibt, man nimmt Rücksicht auf den/die anderen, viele teilen ihren Gegnern schon Monate im Voraus mit, wann sie nicht zum vorgegebenen Termin können. Hat einer Schnupfen oder Zahnweh, dann wird schon mal ein freundschaftliches Remis geschoben. Schreibt einer seine Diplomarbeit werden die anderen informiert und die Partien nachgespielt. Andere hauen sich Jahr für Jahr wie die Kesselflicker  auf dem Brett was vor die Rübe und amüsieren sich anschließend gemeinschaftlich  bei einem Bier über den Mist den sie gespielt haben.

Leider gibt es aber auch eine andere Tendenz, hier ein Beispiel:

Ein Spieler – nennen wir ihn M. – rückt für einen anderen, der seine Teilnahme absagt, nach. Er verspricht die ausstehenden Partien nachzuholen und, so er denn nicht zum Termin kann, jeweils den anderen Spieler vorher darüber zu informieren. Er holt am vorletzten Freitag eine Partie nach und trägt das Ergebnis für alle sichtbar als Kommentar auf der Webseite ein. Sehr gut!

Zur angesetzten Runde am letzten Freitag erscheint er jedoch nicht. Sein Gegner – nennen wir ihn J. – ist stinkesauer, schließlich ist allgemein bekannt, dass er wenig Zeit hat und auswärts arbeitet. Außerdem hatte er 700 km Autobahn in den Knochen und nur um pünktlich zur Partie zu erscheinen auch noch so manches Verkehrsschild na sagen wir mal „frei interpretiert“…

J. schreibt am nächsten Tag eine Mail an M. mit dem Hinweis auf den versäumten Termin, bietet aufgrund fehlender Zeit in den nächsten Monaten gleich noch Remis an. M. antwortet zügig: „ Sorry aber ich möchte spielen. Spiele gerade in Oberstdorf mit wechselndem Erfolg. Alles weitere besprechen wir bei der BMM“.

Als Autor dieser Zeilen bleibt mir nur kopfschüttelnd zu sagen: na prima, und schönen Dank für das Gespräch. So geht’s natürlich nicht, woher nimmt sich ein Spieler das Recht über die Freizeit des anderen zu bestimmen???  Schließlich war die Reise zum Turnier sicher keine spontane Entscheidung und es hätte viele Möglichkeiten der Information gegeben, z.B. einfach mit der Ergebnismeldung auf der Webseite. Wie wärs denn mit einer Entschuldigung? Z.B.“Mensch, tut mir leid, ich habs verdaddelt. Entschuldige bitte. Ich machs wieder gut und geb demnächst Einen aus.“  Das wär doch wohl das mindeste –oder??

Als Turnier-/Spielleiter sag ich: So geht’s natürlich nicht. Laut Ausschreibung hat der Spieler der nicht kann sich vorher zu entschuldigen. Nur unter ganz besonderen Umstanden ( urplötzliche Erkrankung an Vogelgrippe; unangekündigte Hausdurchsuchung durch die Steuerfahndung; die vollbusige Blondine von nebenan braucht männlichen Beistand weil ihr Mann auf Dienstreise ist…) sollte ein unentschuldigtes Fehlen toleriert werden.

Wenn also jemand der versetzt wurde beim Turnierleiter dies moniert, bekommt er sofort den Punkt! Ich muss darauf nochmal hinweisen, da sich derartige Dinge häufen. Übrigens verhält es sich genau so mit den Verspätungen. Um sieben geht’s los, wer es nicht schafft hat gefälligst (vorher) anzurufen, wer sich verspätet natürlich auch – das sind doch die primitivsten Anstandsregeln – gelten die bei Zugzwang nicht? Müssen wir etwa eine Karenzzeit einführen? Und um 19:00 Uhr die Uhr drücken ??

Und wenn es denn mal passiert kann man das auch mit Anstand regeln, so geschehen im Frühjahr als Wolfgang gegen 20:30 Uhr eintrudelte und verdutzt feststellte, dass ja VM war. Als Doc Schieritz dann bemerkte, dass er schon beim zweiten Bier und nicht mehr spielfähig wäre, da entschuldigte sich Wolfgang mit den Worten:“ Na dann geb ich mal das Dritte aus und wir machen Remis.“ Na also, geht doch…

Noch ein Wort zu den Ergebnismeldungen. Nur ein Beispiel: vom letzten Freitag hab ich gerade eben das letzte Ergebnis per Mail erhalten – obwohl ich schon Sonnabend beide Spieler per Mail nach dem Ergebnis befragt hatte. Andere meckern mich an, warum denn nie aktuelle Ergebnisse auf der Webseite zu sehen sind. Na warum denn wohl…

Also hier nochmal die wichtigsten Anstandsregeln: Wer nicht kommt meldet sich vorher ab, wer sich verspätet ruft an und das Ergebnis wird am nächsten Tag gemeldet. Ist doch nicht zu viel verlangt – oder?

Herzlichen Glückwunsch

Frank,"Manne-Kothe",Hendrik

Unserem  Schachfreund „Manne“ wurde rechtherzlich zu seinem 75. Geburtstag gratuliert und alles Gute für die Zukunft gewünscht. Manfred ist ein langjähriges treues Mitglied unseres Vereins und wir wünschen uns, dass er noch viele weitere Jahre als Stammspieler uns die Treue hält.

Bericht vom Winteropen

Weil sich ja sonst niemand dazu in der Lage sieht mal ein paar Zeilen über das Winter Open zu schreiben, muss eben ich wieder ran…

Also, unser Winter Open, das ehemalige Prenzlberg Open fand  dieses Mal statt, und zwar im Rathaus Pankow – die Gründe für den Ortswechsel sind ja wohl hinreichend bekannt.

Eröffnet wurde die Veranstaltung vom Pankower Bürgermeister Köhne. Der beschränkte sich auf ganze drei Sätze – was wohltuend auffiel – und sein Kernsatz war: „ Das Rathaus ist für die Bürger da und nicht umgekehrt.“ Gleichzeitig stellte er die Nutzung der Räume für die nächsten Jahre in Aussicht – bei guter Führung… 

Nun, soweit mir bekannt wurden während der Turnierzeit weder größere Mengen Klopapier geklaut noch irgendwer beim Kiffen auf dem Damenklo erwischt, also geh ich mal davon aus, das auch in diesem Jahr zwischen den Feiertagen das Open gesichert ist.

Zunächst einmal großen Dank an alle die dieses Turnier möglich gemacht haben, dem Bürgermeister, Hendrik (Madeja) und Martin (Sebastian) als Macher sowie die Helfer im Hintergrund wie Kai (Töpfer) und Lothar (Stelzer)  und wer immer sonst noch mitgewirkt hat. Aus meiner Sicht ist das Turnier in allen Belangen gelungen und dass, obwohl sehr kurzfristig in Angriff genommen und fast ohne Werbung –  immerhin fanden sich 83 Spieler, davon ein GM und zwei FM. Wie sich zeigte war unser Open keine Konkurrenz zu Potsdam, da spielten 105 Leute mit, man war dort an der absoluten Obergrenze und es gab eine Warteliste. In Berlin ist vom Platz her noch Luft, ich denke im nächsten Jahr wir es deutlich dreistellig. Dann wird’s allerdings in einer Beziehung besonders eng – und damit kommen wir zum einzigen Kritikpunkt -der Belüftung. Fenster zu öffnen verbietet sich aufgrund der Lage direkt an der B96. Weil nur eine Flügeltür der drei Festsäle geöffnet war, hatte man an den Brettern 1-16 und 35-42 immer frische Luft, allerdings stand selbige im letzten Saal (Bretter 15-35) derartig und füllte sich mit dem lieblichen Duft nach „Mensch“, dass es kaum auszuhalten war. Nach spätestens 2 Stunden hatte man Kopfschmerzen und in jedem Falle eine gute Ausrede für Patzer-Züge, da echte Atemnot herrschte. Zum Glück wurde ich nur zwei Mal dorthin verbannt – und dass noch jeweils im erträglichen Bereich am Brett 15 bzw. 16.

Wie schon zu lesen war gewann Georg Kachibadse in einer von beiden Seiten angriffsorientierten Partie gegen GM Sergei Kalinitchew und wurde somit Turniersieger mit 6 Punkten. Paulsen, Dimitrijeski, Dr. Kapr und Nötzel belegten mit je 5,5 Punkten die Plätze vor Kalinitchew als Bestem der Fünfpunkter.

Zugzwang stellte insgesamt 12 Starter, deren Leistungen – vorsichtig ausgedrückt – differierten.

Rene (Schildt) belegte Rang 22 mit 4 aus 6 und war somit bester Zugzwängler. Leider erschien er nicht zur letzten Runde – warum auch immer – Angst vor einem 1700er wird es wohl nicht gewesen sein. Mit einem sicherlich machbaren Sieg mit Weiß hätte er sogar Klinitschew noch vom 6. Platz verdrängt, wäre ins Geld gekommen und hätte noch mehr als +8 DWZ gemacht.

Willi „Murphy“ Mayer wurde mit ebenfalls 4 Punkten  31. bei -7 DWZ Punkten. Willi ist der letzte Romantiker und kriegt diesen neuen Spitznamen von mir. Was der so alles wegopfert geht auf keine Kuhhaut. Mindestens 3 Mal hab ich beobachtet ,wie er sich erst auf f7 (f2) reinhacken ließ, um dann noch den Turm auf h8 (h1) zu spenden, aber dabei blieb es meist nicht. In der Regel gibt er nach 5 Zügen einen Bauern, nach 10 ne Qualle und so um den 20. Zug rum noch n Turm oder einen anderen Klotz. Und weil die Gegner so viel Material zählen müssen bringen sie sich dann noch irgendwie selber um. Außer Einem, der hatte die Dreistigkeit ganze 20 Züge einen einstehenden Bauern nicht zu schlagen und statt dessen furztrocken Klötzchen zu schieben, so lange bis Murphy Mayer sich vertaktifizierte. Jedenfalls is bei Willi am Brett immer was los, bei jedem Open möchte ich dauerhaft neben ihm sitzen, gibt garantiert beste Unterhaltung, aber beim Mannschaftskampf sitzt er doch besser im Nebenraum – meine Nerven und mein Magen-Darm Trakt halten so ein Schach nicht aus…

Das Mittelfeld füllten mit jeweils 3,5 Punkten auf Platz 36 August (Hohn) bei -12, Platz 37 Jens (Stegmann) (+40), 39 Detlef (Just) (-16), 42 (+21) Frank (Rehder), 47 Jens (Sorgenfrei) (-5) und Platz 46 Martin (Lang) mit -30. Mit je 3 Punkten auf 53 und 59 mit -21 und -27 Jörg (Fuchs) und Karlheinz (Hesselbarth) sowie aus der Jugend Jonas  (Wong). Arno (Kirchhof)spielte auch mit. Bei der BMM hat er gerade einen Audi hingelegt (4 Nullen in Folge) und verbesserte diesen in der ersten Runde zu einer Olympiade. Dem ließ er dann (endlich) zwei Siege folgen, ehe er in der vierten Runde wieder nullte und sich ordnungsgemäß vom Turnier verabschiedete. Tja, wenn man die Seuche hat…

Lieber Herr Arno, wir bemitleiden Sie und wünschen Ihnen eine alsbaldige Genesung – spätestens bis zum 22.1.! 😉

Jo, und was war sonst noch so los? Detlef gewann eine sehr schöne Partie mit Damenopfer.

Frank spielte ein sehr gutes Turnier und hatte sich in der letzten Runde bis Tisch 12 vorgearbeitet, dort eine aussichtsreiche Position erarbeitet, die man nicht verlieren kann sondern nur kneten muss – sofern man nicht die Dame einstellt… Daraufhin erklärte er seinen Rücktritt vom aktiven Turnierschach. Wir erwarten sein Comeback bei der BSEM Ende Januar…

Ich war auch dabei und hatte Spaß. Laut Anmeldeliste hätte mich Sergei erwartet. Kein schlechter Start für ein Open, ein 2400er, da kann man schon mal einen Halben abgeben…

Aber nee, irgendein Dödel erschien nicht und ich rutschte vom Platz 1 der zweiten Hälfte auf den letzten Platz der ersten Hälfte und bekam Jonas Wong. Erstens kein GM, zweitens ohne DWZ, drittens mit Weiß und viertens  auch noch aus dem eigenen Verein. Mist. Dann gibt’s in Runde zwei aber n dicken Brummer mit Schwarz. Richtig, Felix Nötzel mit 2075. Der quält mich sizilianisch, macht aber den Sack nicht zu und ich konnte urplötzlich vor seinem König Linien öffnen und Schummel- Chancen generieren. Als er dann auch noch gierig wird um ne Figur zu greifen opfere ich noch die Dame gegen einen Turm. Mit weit aufgerissenen Augen sieht er es und rechnet ne halbe Stunde um dann abzulehnen und seinerseits zu versuchen mich zu bescheißen. Klappt aber nicht.

Runde 3 bringt mir Keskowski, mittlerweile bei 2115 angekommen. Nachdem ich in der Eröffnung vergesse ihn schlechter zu stellen fängt er an mich zusammen zu schieben. War ja klar. Um Zug 30 droht er Durchbruch am Damenflügel, ich hab kein Gegenspiel aber er deutlich weniger Zeit. Wann gibt’s denn das schon mal, dass ich nicht in Zeitnot bin? Also in Ruhe betrachtet hab ich nur eine Chance, die Stellung verkomplizieren und auf seine Zeit spielen. Ich biete eine Abwicklung an die wohl so etwa 5 Varianten hat, alle kompliziert zu berechnen, zwei sehen sehr schlecht aus für mich, eine gut und die anderen kann ich nicht beurteilen. Und richtig spekuliert, er nimmt erst Zeit, dann wird er nervös und zieht. Post Mortem stellte sich raus, dass diese Variante mir genau eine Chance bot – die ich auch sofort sah und nutzte – nämlich einen Freibauern auf a5 zu bilden. Soll er doch rechnen, er hat aber nur noch 10 Minuten für 10 Züge. Um ihn noch mehr unter Druck zu setzten biete ich Remis an und gehen spazieren. Es klappt. Nach 5 Minuten ist mir klar, dass er nix Gewinnbringendes sieht und die Zeit ablaufen lassen wird. Richtig, mit 30 Sekunden aufm Wecker schiebt er die Hand rüber. Wow, 2,5 aus 3, Sergei ich komme.

Nö, Runde 4 bringt mir Hahlbohm. Aufm BSV Server wurde ja schon berichtet, hier die Partie.

Hahlbohm-Stegmann nach 25. Ka1

Hier nahm ich den Läufer, setzte ihn auf b3 ab und bot Remis. Zeitgleich schob Hahlbohm seine Hand rüber um aufzugeben, stutzte und nahm an. Was war passiert? Ich hatte das Dauerschach fest im Blick und gesehen, dass nach Lc4+ Kb1 der Figurengewinn Lxb5 an Txc8+ scheitert. Wo steht aber geschrieben, dass man nicht auch mit der Dame nehmen kann, Dxb5 gewinnt glatt ne Figur – und das hatte natürlich Hahlbohm und die ganze Kiebitzbande gesehen – nur ich nicht… ;(

Jaja, ich weiß, nächstes Jahr muss ich wieder in die Vierte…

Na gut „nur Remis“, aber 3 aus 4 klingt ja auch nicht schlecht. Aber jetzt, entweder Sergei, Georg oder Dirk…

Mist, wieder nicht, nur Dr. Kapr, na immerhin der 4. 2000er in Folge. Nach ruhigem Beginn packt mich der Größenwahn und ich will zu viel, will ihn überspielen. Klappt natürlich nicht, so schnell lässt sich ein alter Trapper nicht in die Flinte pissen… Na gut, die erste 0, aber 50% gegen die 4 dicken Brocken. Tschüss Sergei…

Runde 6 bringt mir – oh Schreck – Detlef. Der kennt mich aus tausend Blitzpartien, na das wird lustig. Na jedenfalls sind wir beide uns schnell einig, dass wir uns nicht in irgendeinem tristen Endspiel langweilen wollen. Zwanzig Züge sind Pflicht, mal sehen was so läuft. Na Überraschung, mit 1.f4 geht’s los. Nach knapp 20 Zügen kann ich den Druck abschütteln und sehe für ihn keinen großen Vorteil mehr. Er auch nicht. Pünktlich Feierabend. Auch mal ganz nett.

In der Schlussrunde gegen Dr. Mayer bin ich ziemlich ausgelaugt und unter Zeitdruck. Ein schnelles Remis wär mir sehr angenehm, aber erstens ist der 150 Punkte schwerer und zweitens satt im Minus, also wird er nicht wollen. Leider gerate ich schnell in eine ungünstige Stellung und traue mich schon von daher nicht remis zu bieten. Dann sehe ich mich in ganz schlechter Stellung und versuche mit einem Opfer seine Königsstellung zu sprengen, aber er wehrt alles sicher ab. Nach der Partie fragt er mich wie ich reagiert hätte wenn er früh remis geboten hätte, er fühlte sich ausgelaugt und hatte noch was vor… Na den Arm hätt ich ihm rausgerissen…

Trotzdem kann ich nicht meckern, 3,5 Punkte und 40 DWZ, dazu noch 10 ELO und ein paar echt interessante Partien. Immerhin hatte ich Platz 4 (Kapr),5 (Nötzel),8 (Hahlbohm),14 (Keskowski) und 21 (Dr. Mayer)  zum Gegner. Insgesamt also ein sehr schönes Turnier. Bin wieder dabei, in 50 Wochen…